Polizei geht mit bundesweiter Großrazzia gegen Kinderpornografie vor

Polizei geht mit bundesweiter Großrazzia gegen Kinderpornografie vor

Mit einer bundesweiten Großrazzia ist die Polizei am Dienstag gegen Besitz und Verbreitung kinderpornografischen Materials vorgegangen. In zehn Bundesländern wurden Wohnungen durchsucht, Asservate sichergestellt und Beschuldigte aufgesucht, wie der Leiter der führenden Kölner Sonderermittlungseinheit "BAO Berg", Kriminaldirektor Michael Esser, mitteilte. Insgesamt 65 Beschuldigte hätten aus einer bereits im Herbst in Krefeld begonnen Chatauswertung ermittelt werden können. Zu den sichergestellten rund 1.000 Asservaten zählen elektronische Datenträger, Sexspielzeug bei einem kinderlosen Beschuldigten sowie als Nebenfunde auch Waffen und Munition.

Die Durchsuchungen fanden außer in Nordrhein-Westfalen auch in Schleswig-Holstein, Sachsen, Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg, Brandenburg und Berlin statt. Haftbefehle wurden im Rahmen dieser Razzia nicht ausgestellt, sagte Esser. Mit Hilfe des Überraschungseffektes sei es bei dieser Aktion vor allem darum gegangen, Zugang zu elektronischen Datenträgern wie Handys zu erhalten. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden den Angaben nach 21 Objekte bei 16 Tatverdächtigen durchsucht, in Bayern ging es um 14 Tatverdächtige.

Esser wies daraufhin, dass die Razzia ursprünglich über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden sollte. Offenkundig seien aber Journalisten an Informationen zu der Durchsuchung gelangt. Die Polizei habe daher schneller die anvisierten Objekte und Beschuldigten aufgesucht als ursprünglich geplant. Die großangelegte Durchsuchungsaktion habe so vollständig durchgeführt werden können. Mit den betreffenden Journalisten werde sich die Polizei austauschen. "Wir werden das intensiv aufarbeiten."

Kinder hätten im Rahmen der Großrazzia aus keinen akuten Missbrauchs- oder Gefahrensituationen befreit werden müssen, betonte Esser. "Hinweise dieser Art wurden sofort angegangen, nichts ist da liegengeblieben." Lediglich eine 13-Jährige sei aufgrund einer unklaren Aufenthaltssituation in die Obhut des Jugendamtes gegeben worden.

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