Entwicklungsminister Müller drängt auf Lieferkettengesetz

Entwicklungsminister Müller drängt auf Lieferkettengesetz

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) drängt weiter auf eine Einigung der Bundesregierung auf ein Lieferkettengesetz. "Der Koalitionsvertrag muss jetzt umgesetzt werden", sagte Müller dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel" (Sonntag). Es gehe darum, "Kinderarbeit endlich zu stoppen und Menschenrechtsstandards für deutsche Produkte umzusetzen".

Nach den bislang erfolglosen Verhandlungen soll der Streit um das Gesetz nun auf höherer Ebene geklärt werden, heißt es in dem Bericht weiter. Im Januar werde es dazu "ein Spitzengespräch in der Koalition" geben, kündigte der Entwicklungsminister an.

Befürchtungen, ein Lieferkettengesetz werde Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Geld kosten, wies Müller zurück. "Fair muss nicht automatisch teuer sein", sagte er. Das liege an den teils großen Handelsspannen. Müller fügte hinzu: "Damit überfordern wir unsere Verbraucherinnen und Verbraucher nicht - und wir beenden Ausbeutung und Hungerlöhne." Dies sei für Entwicklungsländer sehr wichtig. "Mit fairem Handel lösen wir die größten Entwicklungssprünge aus", sagte der Minister: "Faire Preise für Produkte wie Kaffee, Bananen oder Textilien sind der wirksamste Transfer von Industriestaaten in Entwicklungsländer."

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