EKD-Auslandsbischöfin sorgt sich um religiöse Minderheiten in Indien

EKD-Auslandsbischöfin sorgt sich um religiöse Minderheiten in Indien

Die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber, hat sich besorgt gezeigt über die Situation der religiösen Minderheiten in Indien. Radikale hindunationalistische Gruppen zeigten Bestrebungen, Indien zu einem Land zu machen, das Hindus vorbehalten sein solle, erklärte Bosse-Huber am Donnerstag in Hannover. Gegen andere Religionsgemeinschaften und Minderheiten werde massiv vorgegangen, hieß es weiter.

Die Angriffe auf Christen und Muslime reichten von Verleumdungen und Einschüchterungen bis hin zu offener Gewalt reichen, erklärte Bosse-Huber. Aber auch die Gesetze einiger Bundesstaaten, die den Glaubenswechsel vom Hinduismus zum Christentum einschränken oder unterbinden sollen, stünden im Gegensatz zur Religionsfreiheit, wie sie in der Verfassung der größten Demokratie der Welt verankert sei. Weil die christlichen Partner vor Ort für ein friedliches Zusammenleben stünden, sei es umso wichtiger, "auf ihre bedrängte Lage aufmerksam zu machen und an ihrer Seite zu stehen", bekräftigte die Bischöfin.

Die EKD rief unterdessen alle Kirchengemeinden dazu auf, am 28. Februar 2021 für bedrängte und verfolgte Christen zu beten. Schwerpunkt der Fürbitte 2021 sei Indien. Dazu erscheint den Angaben zufolge jährlich eine Publikation, die Hintergrundinformationen zur Lage der Christen in Indien bietet. Außerdem wird erläutert, was die christlichen Kirchen in Indien in der Corona-Krise tun.

Seit 2010 ruft die EKD am Sonntag Reminiszere Kirchen und Gemeinden auf, in Gottesdiensten und Gebeten in besonderer Weise auf die Leidenserfahrungen von Christen in anderen Ländern aufmerksam zu machen und Anteil zu nehmen. Der Sonntag Reminiszere verdankt seinen Namen dem sechsten Vers des Psalms 25: "Gedenke (lateinisch: Reminiscere), Herr, an deine Barmherzigkeit".

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