Kritik an Corona-Behandlung in griechischem Flüchtlingslager

Kritik an Corona-Behandlung in griechischem Flüchtlingslager

"Ärzte ohne Grenzen" kritisiert die Situation für Corona-Infizierte im Flüchtlingslager Vathy auf der griechischen Insel Samos. Die Menschen seien in schmutzigen Containern eingesperrt, selbst Mütter mit Neugeborenen müssten auf dem Boden schlafen, manche Container hätten keine Toiletten, erklärte die Organisation am Freitag in Berlin. Insgesamt sei das Lager achtfach überbelegt und die Bewohner, darunter Schwangere, Gewaltopfer und psychisch Kranke, lebten zwischen Ratten und Müll.

Angesichts der Situation fordert die Hilfsorganisation von der griechischen Regierung, die "Bekämpfung der Pandemie in dem Lager massiv zu verbessern". Risikopatienten müssten sofort aufs Festland gebracht werden, wo sie lebensrettende medizinische Hilfe erhalten können, "bevor es zu spät ist". Alle Lagerbewohner müssten evakuiert werden.

Inzwischen seien über 100 Menschen in dem Lager infiziert, die medizinische Versorgung sei völlig ungenügend, hieß es weiter. Insgesamt stünden für die 4.500 Bewohner nur zwei Militärärzte und drei Krankenpfleger bereit. "Ärzte ohne Grenzen" selbst leiste außerhalb des Camps Hilfe. Mehrere Bewohner haben der Organisation zufolge angegeben, wegen der Bedingungen auf der Isolierstation würden sie sich im Falle einer Erkrankung nicht bei den Ärzten melden.