Greenpeace: Ökolandbau stärker fördern

Greenpeace: Ökolandbau stärker fördern
Greenpeace wirft der Bundesregierung vor, den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft zu vernachlässigen. Der Anteil des Ökolandbaus müsse auf 25 Prozent gesteigert werden, fordern die Umweltschützer.

Greenpeace fordert von der Bundesregierung, die Fördergelder für die ökologische Landwirtschaft bis 2030 auf mehr als eine Milliarde Euro jährlich zu erhöhen. Das Ziel der EU-Kommission, die Treibhausgase bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu senken, könne nur erreicht werden, wenn der Anteil des Ökolandbaus auf 25 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche gesteigert werde, teilte Greenpeace am Montag in Hamburg mit Hinweis auf eine neue Agrar-Studie mit. 2018 sei der Ökolandbau mit 344 Millionen Euro gefördert worden, der Anteil der ökologischen Landwirtschaft liege bei 8,5 Prozent.

Um die EU-Ziele beim Öko-Landbau in Deutschland zu erreichen, müsste bis 2030 mit einer gezielten Förderung die Öko-Fläche im Wein- und Gemüseanbau fast verdreifacht und im Ackerbau fast verfünffacht werden, heißt es in der von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie des Kasseler Instituts für ländliche Entwicklung. Die ökologisch bewirtschafteten Flächen bei Obst und Grünland müssten jeweils um ein Drittel größer werden.

Der Ausbau laufe "extrem schleppend", kritisierte Greenpeace Agrar-Experte Lasse van Aken. "Seit 2010 verfehlt die Bundesregierung immer wieder ihre Ziele beim Ökolandbau und wird auch die Vorgaben der EU-Kommission nicht erreichen."

Den Vorwurf von Greenpeace, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) habe im aktuellen Haushalt die Fördermittel sogar verringert, wies das Ministerium am Montag jedoch zurück. Für das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft stünden aktuell genauso viele Mittel für die Projektförderung zur Verfügung wie bisher. Es habe im Haushalt allerdings eine Umschichtung gegeben. In Luxemburg sind am Montag die Agrarminister der EU-Länder zu Beratungen zusammengekommen.

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