Rörig fordert höhere Einmalzahlungen für Opfer schweren Missbrauchs

Rörig fordert höhere Einmalzahlungen für Opfer schweren Missbrauchs

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Johannes-Wilhelm Rörig fordert die katholischen Bistümer auf, höhere Einmalzahlungen an Opfer schweren sexuellen Missbrauchs zu zahlen. Auf der Herbst-Vollversammlung in Fulda hatten die katholischen Bischöfe im September ein neues System für die Einmalzahlungen beschlossen, das Zahlungen bis zu 50.000 Euro im Einzelfall vorsieht. "Es gibt mit hoher Sicherheit Fälle schweren sexuellen Missbrauchs, für die dieser Betrag inakzeptabel erscheint", sagte der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag).

Das Regelwerk für das neue Verfahren ist noch nicht veröffentlicht. Ende September auf der Herbst-Vollversammlung hieß es, das Dokument solle innerhalb der nächsten Wochen erscheinen. Rörig sagte, wenn es eine Deckelung der Einmalzahlungen geben sollte, sollte das letzte Wort dazu hoffentlich noch nicht gesprochen sein.

Das Verfahren soll zum 1. Januar 2021 starten. Vorgesehen ist ein zentrales Gremium, das über die Höhe der Einmalzahlungen entscheidet. Das Gremium soll unabhängig sowie weisungsfrei arbeiten. Betroffene können auch Kosten für Therapien beantragen.

Rörig mahnte, er hoffe sehr, dass es zu einer einheitlichen Behandlung von Missbrauchsopfern komme. "Die Bischöfe müssen jetzt dafür sorgen, dass ihr neues System der Anerkennungsleistungen tatsächlich wie beschlossen ab Januar greift."

Auf ihrer Frühjahrs-Vollversammlung hatte sich die Bischofskonferenz darauf geeinigt, dass die Höhe der Einmalzahlungen sich an von staatlichen Gerichten zugesprochenen Schmerzensgeldern für ähnliche Fälle orientieren. Dabei soll es in der Regel um Beträge zwischen 5.000 und 50.000 Euro gehen. Antragsberechtigt sind auch Personen, die bereits in den vergangenen Jahren sogenannte Anerkennungsleistungen erhalten hatten.

Meldungen

Top Meldung
Religionsfreiheit weltweit
Zum zweiten Mal hat die Bundesregierung einen Bericht zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit vorgelegt. Ergebnis: Der Trend zur Einschränkung dieses Rechts geht weiter. Zudem wird befürchtet, dass die Corona-Pandemie für Repressionen genutzt wird.