Wissenschaftsakademien: Artenvielfalt in Agrarlandschaft fördern

Wissenschaftsakademien: Artenvielfalt in Agrarlandschaft fördern

Beim Schutz der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft in Deutschland sehen Experten akuten Handlungsbedarf. Die biologische Vielfalt sei dort in den vergangenen Jahren, selbst in Naturschutzgebieten, stark zurückgegangen, heißt es in einer am Montag in Halle veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften. Es bedürfe eines gesamtgesellschaftlichen Wandels hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Wichtigster Ansatzpunkt seien die Subventionszahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU, erklärten die Akademien. Sie sollten künftig stärker an tatsächlich erbrachte und messbare Ökosystemleistungen geknüpft werden. Der Rückgang der Artenvielfalt werde die Funktionsfähigkeit der Agrarökosysteme künftig einschränken und spürbare Folgen für Mensch und Umwelt haben. Ursachen für den Rückgang an Tier‐ und Pflanzenarten seien eine intensivierte Landnutzung und biologisch-technische Innovationen zur Produktionssteigerung.

Die Akademien empfehlen unter anderem eine engere Kopplung von Agrar- und Umweltpolitik und die Anpassung des Agrar- und Umweltrechts. Zudem sollten auch Kommunen ihre Verantwortung wahrnehmen, biologische Vielfalt auf ihren Flächen zu erhalten und zu erhöhen. Produkte aus regionaler biodiversitätsfreundlicher Produktion sollten im Handel gekennzeichnet werden. Für landwirtschaftliche Betriebe müsse diese Produktion wirtschaftlich attraktiv sein.

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