Appell an Bundesregierung für bessere Flüchtlingshilfe

Appell an Bundesregierung für bessere Flüchtlingshilfe

Potsdam (epd). Die evangelische Kirche, die Initiative Seebrücke und die Stadt Potsdam haben mehr humanitäre Hilfe für Flüchtlinge gefordert. "Wir erwarten von der Bundesregierung, sich den Angeboten von Bundesländern, Städten und Kommunen nicht länger zu widersetzen, Geflüchtete aus den griechischen Lagern aufzunehmen", heißt es in einer Erklärung, die vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, dem Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) und einer Vertreterin der Seebrücke-Initiative unterzeichnet und am Freitag in Potsdam veröffentlicht wurde.

"Wer helfen will, muss helfen dürfen", heißt es in der Erklärung. Die Lage in den überfüllten Flüchtlingslagern in der griechischen Ägäis sei katastrophal: "Dennoch kommt kaum rettende Hilfe." Die Menschen dort seien Opfer fehlender politischer Verantwortung und mangelnder Solidarität in Europa. Potsdam koordiniert die bundesweit mehr als 170 "Städte Sicherer Häfen", die zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen wollen.

"Wir sind erschüttert von dem Leid der Menschen vor Ort und entsetzt, dass die Europäische Union diese Zustände nicht längst beendet hat", heißt es weiter. Der von der EU geplante neue Migrations- und Asylpakt sei "nicht der versprochene Neuanfang", sondern zementiere die bestehenden Probleme.

Mehr als 20 deutsche Oberbürgermeister sprachen sich zugleich für eine stärkere humanitäre Hilfe für Flüchtlinge aus. Die Videobotschaften sollen am Wochenende auch auf der Potsdamer Freiluft-Ausstellung "Einheits-Expo" zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung gezeigt werden.