Stiftung: Frauen in armen Ländern können oft nicht verhüten

Stiftung: Frauen in armen Ländern können oft nicht verhüten

Verhütungsmittel müssen für Frauen in den Entwicklungsländern Experten zufolge besser zugänglich sein. Nur etwas mehr als die Hälfte der 15- bis 19-Jährigen könnten in armen Staaten Schwangerschaften mit Mitteln wie Kondomen oder Hormonpräparaten vorbeugen, kritisierte die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung anlässlich des Weltverhütungstages am Samstag. Etwa die Hälfte aller Schwangerschaften, rund 10,5 Millionen pro Jahr, seien in diesen Regionen bei jungen Frauen unbeabsichtigt. "Die Hauptursachen hierfür sind mangelnde Sexualaufklärung und ein meist männlich geprägtes Umfeld mit sehr traditionellem Rollenverständnis", sagte der Geschäftsführung der Stiftung, Jan Kreutzberg.

Regierungen weltweit und auch die deutsche Entwicklungshilfe müssten dafür sorgen, dass Bildung, Sexualaufklärung und Gesundheitsversorgung für alle zugänglich seien. Laut Stiftung haben 43 Prozent der Mädchen und jungen Frauen von 15 bis 19 Jahren keinen Zugang zu Verhütungsmitteln, wenn sie in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen leben. In der fruchtbaren Phase zwischen 15 und 49 Jahren sei es ein Viertel, insgesamt 218 Millionen Frauen. Durch die Corona-Pandemie werde die Lage wegen unterbrochener Lieferketten und Ausgangsbeschränkungen noch verschlimmert. Den UN zufolge könnte es zu mehreren Millionen zusätzlichen unbeabsichtigten Schwangerschaften kommen.

Dringend sind Kreutzberg zufolge auch höhere Investitionen, um neue Verhütungsmethoden zu erforschen und zu entwickeln. Gerade für junge Frauen sei es besonders wichtig, dass sie sicher und diskret verhüten könnten, mit Mitteln die einfach anzuwenden, preisgünstig und breit verfügbar seien und geringe Nebenwirkungen hätten.

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