Bedford-Strohm: Die Seenotrettung soll verhindert werden

Bedford-Strohm: Die Seenotrettung soll verhindert werden

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat die Festsetzung des Seenotrettungsschiffs "Sea-Watch 4" in Italien verurteilt. "Wer Seenotrettung behindert, nimmt billigend in Kauf, dass Menschen ertrinken", sagte Bedford-Strohm am Montag laut Mitteilung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Unter dem Vorwand der Schiffssicherheit solle ganz offensichtlich die Rettung von Menschen aus Seenot verhindert werden.

Die "Sea-Watch 4" war in der Nacht zu Sonntag in der sizilianischen Hafenstadt Palermo von italienischen Behörden festgesetzt worden, nachdem sie 350 Menschen aus Seenot gerettet hatte. Zur Begründung seien angebliche Sicherheitsmängel genannt worden, erklärte Sea-Watch.

Die "Sea-Watch 4" wurde aus überwiegend kirchlichen Spenden finanziert. Das zivile Bündnis "United4Rescue", das auf Initiative der evangelischen Kirche gegründet wurde, sammelte rund eine Million Euro. Die EKD verurteile gemeinsam mit den mehr als 600, zum Teil internationalen Bündnispartnern von "United4Rescue", diesen "unverantwortlichen Akt der Willkür aufs Schärfste", sagte Bedford-Strohm. Zusammen fordere man die Behörden auf, die "Sea-Watch 4" und andere in Italien festgesetzte Schiffe freizulassen.

Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist, forderte: "Ein Europa, das sich auf christliche Werte beruft, darf das nicht akzeptieren." Die deutsche Ratspräsidentschaft müsse ihr Amt nutzen, um die italienischen Behörden von der "unverantwortlichen Schiffsblockierung" abzubringen. Es müsse Druck ausgeübt werden, damit eine staatlich organisierte Seenotrettungsmission im Mittelmeer eingesetzt werde. "Die jetzige Politik kostet Menschenleben", sagte Bedford-Strohm.

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