Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bremer Bekenntnisschule

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bremer Bekenntnisschule

Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Mitarbeiter der Freien Evangelischen Bekenntnisschule in der Hansestadt. Es gehe um den Verdacht der Misshandlung von Schutzbefohlenen, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frank Passade, am Donnerstag auf epd-Anfrage. Das Verfahren sei Ende Juli eingeleitet worden. Der Strafrahmen liege zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Freiheitsstrafe, erläuterte Passade. "Wann mit einem Abschluss der Ermittlungen zu rechnen ist, kann derzeit nicht gesagt werden."

Die Berliner "tageszeitung" (taz) hatte zuerst über den Fall berichtet. Demnach wird den beschuldigten Lehrkräften vorgeworfen, einen transsexuellen Schüler nach seinem Outing und bis zu seinem Abschluss zwischen 2015 und 2016 gemobbt zu haben. In der Folge sei er psychisch schwer erkrankt und habe erst fünf Jahre später den Mut aufgebracht, rechtlich gegen die evangelikale Privatschule vorzugehen, hieß es. Auch hätten ihm Mitschüler per SMS eine Konversionstherapie empfohlen.

Den taz-Recherchen zufolge hat eine Psychologin der Uniklinik in Hamburg dem jungen Mann bescheinigt, dass er durch die Erlebnisse traumatisiert wurde. Die Geschäftsführerin der Schule, Hanna Trayser, sagte dem epd: "Wir sind sehr erschrocken über die Vorwürfe und tun derzeit alles, um diese aufzuklären." Erste interne Überprüfungen des Sachverhalts aus den Jahren 2015 und 2016 hätten bislang keine Anhaltspunkte ergeben, dass sie so zutreffen könnten. Die Schule werde die Ermittlungen vollumfänglich unterstützen."

Die Freie Evangelische Bekenntnisschule wurde von einer christlich-konservativen Elterninitiative gegründet und nahm 1979 ihren Unterrichtsbetrieb auf. Heute gehören dazu zwei Grundschulen, eine Oberschule und ein Gymnasium, in denen deutlich mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden.

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