Verzweiflung auf Rettungsschiff "Open Arms"

Verzweiflung auf Rettungsschiff "Open Arms"

Auf dem Rettungsschiff "Open Arms" mit rund 280 Flüchtlingen an Bord wird die Lage immer verzweifelter. Mehrere Dutzend Menschen sprangen am Donnerstag vor Palermo von dem Schiff ins Wasser, im Versuch die sizilianische Küste zu erreichen, wie ein Fotograf auf dem in der Nähe liegenden Rettungsschiff "Sea Watch 4" dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Die "Open Arms" hatte die in Seenot geratenen Menschen in der vergangenen Woche aus dem Mittelmeer gerettet, aber bislang keine Erlaubnis zum Einlaufen in einen europäischen Hafen erhalten.

Boote der "Open Arms" und der italienischen Küstenwache hätten die Menschen aus dem Wasser gezogen, berichtete der Fotograf. Die Flüchtlinge würden auf Schiffe der Küstenwache gebracht.

Bereits vor Tagen hatte Open Arms die Situation an Bord als äußerst angespannt beschrieben: Viele der Flüchtlinge waren den Angaben zufolge stark dehydriert und geschwächt aufgenommen worden, das Schiff war völlig überfüllt, die See unruhig. Nach einer Ablehnung Maltas, während eines Gewitters Schutz zu gewähren, hätten sich bereits mehrere Personen vor Verzweiflung ins Wasser gestürzt, twitterte Open Arms Anfang der Woche, bevor das Schiff Kurs auf Palermo nahm. Nur zwei Schwangere und ein Mann wurden aus medizinischen Gründen evakuiert.

Meldungen

Top Meldung
Cornelius-Bundschuh im Gespräch
Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat sich dafür ausgesprochen, dass Altenheime und Werkstätten für behinderte Menschen in der Corona-Pandemie weiter zugänglich bleiben. Spannungen zwischen Freiheit und Verantwortung müssten neu ausbalanciert werden.