WHO-Chef warnt vor "Impf-Nationalismus" im Kampf gegen Covid-19

WHO-Chef warnt vor "Impf-Nationalismus" im Kampf gegen Covid-19

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einem gefährlichen "Impf-Nationalismus" im Kampf gegen die Corona-Pandemie gewarnt. Ein möglicher Impfstoff gegen die Krankheit Covid-19 dürfe nicht nur die Menschen in einigen Ländern schützen, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf.

Vielmehr müssten alle Menschen auf der Welt immunisiert werden. Als erste sollten ältere Menschen und andere Risikogruppen versorgt werden. Insgesamt seien Milliarden Dosen eines Impfstoffes nötig, hielt Tedros fest.

Die Länder und Forscher müssten eng kooperieren, um das Ziel eines universell zugänglichen Impfstoffes zu erreichen. Tedros reagierte damit auf Ankündigungen verschiedener Regierungen, sich größere Mengen eines möglichen Impfstoffes zu sichern.

Tedros betonte, dass Nationalismus schon in den ersten Monaten nach dem Ausbruch die Corona-Pandemie verschlimmert habe. Länder hätten Exportbeschränkungen und Ausfuhrverbote für Schutzkleidung, Medikamente und andere medizinische Güter verhängt. Die Corona-Pandemie könnten die Staaten nur gemeinsam besiegen. Nationale Alleingänge hätten keine Aussicht auf Erfolg, unterstrich der WHO-Generaldirektor.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vorige Woche die weltweit erste Zulassung eines Impfstoffes gegen Corona bekanntgegeben. Die WHO reagierte jedoch zurückhaltend auf das Mittel aus Russland. Weltweit befinden sich viele Teams aus Forschung und Pharmabranche in einem Wettlauf, um einen Impfstoff gegen den Erreger von Covid-19 zu entwickeln.