Corona-Ausbruch in Mennonitengemeinde unter Beobachtung

Corona-Ausbruch in Mennonitengemeinde unter Beobachtung
Sprecher von NRW-Kreis Euskirchen: Testergebnisse nicht vor Freitag erwartet
Abwarten angesagt: In der freikirchlichen Mennonitengemeinde im nordrhein-westfälischen Euskirchen rechnet man mit ersten Ergebnissen der Corona-Tests frühestens Ende dieser Woche. Dann soll über weitere Maßnahmen entschieden werden.

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Mennonitengemeinde im nordrhein-westfälischen Euskirchen will der Kreis spätestens Mitte kommender Woche über weitere Maßnahmen entscheiden. Frühestens Freitag rechne man mit ersten Ergebnissen der Corona-Tests von den 1.000 unter Quarantäne stehenden Gemeindemitgliedern der Freikirche, sagte Kreis-Sprecher Wolfgang Andres dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch. "Die weiteren Schritte hängen von den Ergebnissen der Tests ab." Zuvor waren 13 Corona-Infektionen in einer 15-köpfigen Familie festgestellt worden, die der freikirchlichen Gemeinde angehört.

Im Mai war es auch in anderen Freikirchen in Deutschland zu Corona-Infektionen gekommen: bei einer Baptistengemeinde in Frankfurt am Main und einer freikirchlichen evangelischen Pfingstgemeinde in Bremerhaven. In Euskirchen hatte Landrat Günter Rosenke (parteilos) bereits am Freitag eine zweiwöchige Quarantäne für Mitglieder der mennonitischen Brüdergemeinde angeordnet. Die Regeln gelten laut der Verfügung seit Samstag für alle Menschen, die an Gottesdiensten und anderen Gemeindeveranstaltungen teilgenommen haben sowie für alle Gemeindemitglieder und deren Haushalte. Diese 1.000 Menschen werden nun auf das Virus getestet.

Gottesdienste sind in der Gemeinde aktuell verboten. Die Gemeinde hat den Behörden dem Kreis zufolge eine Liste mit allen Mitgliedern zur Verfügung gestellt, damit das Gesundheitsamt schnellstmöglich die Kontaktpersonen ermitteln konnte.

Die Mennoniten gelten als eine der historischen Friedenskirchen, weil sie schon früh gegen jede Form von Krieg und Gewalt ihre Stimme erhoben haben. In Deutschland gibt es nach eigenen Angaben derzeit rund 40.000 Mennoniten in etwa 200 Gemeinden. Die Glaubensbewegung entstand Ende des 16. Jahrhunderts, sie ist nach dem niederländisch-friesischen Theologen Menno Simons (um 1496-1561) benannt.

Die heutigen Mennoniten sind Nachfahren der Täufer-Bewegung, die auch als "linker Flügel" der Reformation gilt und - auch von anderen Protestanten - grausam verfolgt wurde. Die Täufer setzten sich für radikalere soziale Reformen im Christentum ein als etwa die Reformatoren Martin Luther und Ulrich Zwingli. Im 19. Jahrhundert wanderten viele Mennoniten aufgrund rechtlicher Beschränkungen und Verfolgungen in die USA und nach Kanada aus.

epd lwd/cez fu

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