Neue Internetseite mit kritischem Blick auf Garnisonkirche Potsdam

Neue Internetseite mit kritischem Blick auf Garnisonkirche Potsdam

Kritiker des Wiederaufbaus der Potsdamer Garnisonkirche haben ein eigenes Internetportal zur Debatte über den Ort gestartet. Der 2017 begonnene Wiederaufbau des Garnisonkirchturms solle auch dazu dienen, dort einen Lernort deutscher Geschichte zu schaffen, hieß es bei der Vorstellung am Freitag in Berlin. Dies sei jedoch bislang nicht umgesetzt worden. Ganz im Gegenteil würden Befürworter des Vorhabens bis heute ein geschöntes und teils verfälschtes Bild von der Geschichte des Ortes zeichnen. Dem solle nun mit der neuen Internetseite entgegengetreten werden.

Ziel sei die Schaffung eines Lernortes, der auf die besondere Geschichte der Garnisonkirche reagiere, hieß es weiter: "Wir wollen die antidemokratische und militaristische Geschichte des Ortes zum Anlass nehmen, um hier einen Lernort für Demokratie und Frieden zu etablieren."

Die 1945 ausgebrannte Potsdamer Garnisonkirche sei mehr als 200 Jahre lang ein wichtiger Symbolbau gewesen, heißt es auf der neuen Internetseite: "In der ambivalenten Geschichte Preußens repräsentiert sie dessen problematische Seite." Das Bauwerk stehe nicht für Aufklärung, Emanzipation, Liberalität und Rechtsstaatlichkeit, sondern für Dynastie und Gehorsam, Militär und Staatskirche. "Sie steht nicht für den demokratischen Freistaat Preußen der Weimarer Epoche, sondern für die antidemokratischen Kräfte des Deutschen Reichs", heißt es dort.

Dem wissenschaftlichen Beirat gehören zehn Experten an, darunter der Historiker Manfred Gailus, die Kunsthistorikerin Gabi Dolff-Bonekämper und der Sozialwissenschaftler Micha Brumlik.

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