Flüchtlingsboote auf Lampedusa in Brand gesteckt

Flüchtlingsboote auf Lampedusa in Brand gesteckt

Unbekannte haben auf Lampedusa Boote angezündet, mit denen in den vergangenen Tagen 600 Flüchtlinge die südlich von Sizilien gelegene italienische Ferieninsel erreicht hatten. Bürgermeister Totò Martello verurteilte die Brandanschläge an mehreren Orten als Angriff auf den Ruf der Insel. Gleichzeitig forderte er die italienische Regierung und die EU auf, Lampedusa zu unterstützen. Durch konkrete Solidarität müsse verhindert werden, dass die Unzufriedenheit der Bewohner in Hass umschlage, sagte er laut italienischen Medienberichten. Wegen des Coronavirus und vermehrter Flüchtlingsankünfte droht der Insel eine verlustreiche Feriensaison.

Bereits vor wenigen Tagen war aus Protest gegen die Ankünfte von Flüchtlingen das ihnen gewidmete Denkmal des italienischen Künstlers Mimmo Paladino mit Müllsäcken und Paketband verunstaltet worden. Inselbewohner hatten in diesem Zusammenhang auf Facebook erklärt, sie seien einer Politik überdrüssig, die die Ankünfte von Flüchtlingen auf der Insel begünstige.

Im Hinblick auf Verhandlungen über eine gemeinsame EU-Migrationspolitik forderten fünf Mittelmeeranrainer unterdes die EU-Kommission auf, einen verpflichtenden Verteilungsmechanismus für gerettete Bootsflüchtlinge einzuführen. Sie riefen zur Überwindung des nach der Dublin-Regelung geltenden Grundsatzes auf, dem zufolge Asylanträge im Land der Erstankunft in der Europäischen Union gestellt werden müssen.

Italien, Griechenland, Spanien, Malta und Zypern drangen bei einer Video-Konferenz ihrer Innenminister nach Angaben des römischen Innenministeriums überdies gemeinsam auf ein einheitliches Rückführungssystem innerhalb der EU. Die Mittelmeerstaaten mahnten ferner Richtlinien für die Aktivitäten privater Seenotretter an.

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