Ökumenischer Kirchentag: AfD kritisiert Nichteinladung

Ökumenischer Kirchentag: AfD kritisiert Nichteinladung

Die AfD kritisiert den Ausschluss von Mitgliedern der Partei vom 3. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) 2021 in Frankfurt am Main. Das Präsidium des Christentreffens hatte entschieden, dass niemand eingeladen wird, der für rassistische oder antisemitische Überzeugungen eintritt. Auch wer für Positionen werbe, "die von einer gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit oder einer ideologischen Distanz zur freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung geprägt sind", solle nicht beim Kirchentag auftreten. Darunter fielen "unter anderem auch Mitglieder der AfD". Der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, erklärte am Donnerstag in Berlin, er "bedauere die Nichteinladung".

Er verwahre sich "gegen die Unterstellung, dass die AfD von einer gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit oder von einer ideologischen Distanz zur freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung geprägt sei". Die Veranstalter müssten sich fragen lassen, ob eingeladene Vertreter anderer Parteien "zum Beispiel beim Zulassen der Tötung Ungeborener oder bei der Relativierung von Ehe und Familie" im Sinne der christlichen Lehre handelten.

Die Mitwirkung von AfD-Mitgliedern an Kirchen- und Katholikentagen ist umstritten, vor allem seitdem die Partei 2017 in den Bundestag eingezogen ist. Kritiker der Nichteinladung von AfD-Mitgliedern sehen darin eine Ausgrenzung auch von Wählern der Partei. Bei vergangenen Christentreffen wurde unterschiedlich mit dem Thema verfahren.

Die im Präsidiumsbeschluss für den 3. Ökumenischen Kirchentag vorgenommene Abgrenzung zu Positionen "gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit" ist in den Kirchen weit verbreitet. Die Schlussfolgerung, dass damit AfD-Mitglieder nicht an Kirchentagen teilnehmen können, wird mit der Radikalisierung der Partei in den vergangenen Jahren begründet.

Der 3. Ökumenische Kirchentag findet vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main statt. Er wird vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken ausgerichtet. Zu den 2.000 Veranstaltungen werden rund 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Die beiden vorangegangenen Ökumene-Kirchentage wurden 2003 in Berlin und 2010 in München gefeiert.

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