Armut: Pakistan beendet fast alle Maßnahmen zu Corona-Eindämmung

Armut: Pakistan beendet fast alle Maßnahmen zu Corona-Eindämmung

Trotz steigender Infektionszahlen hebt Pakistan fast alle Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auf. Die Bevölkerung müsse besonders vorsichtig sein und lernen, mit dem Virus zu leben, erklärte der pakistanische Ministerpräsident, Imran Khan, wie die pakistanische Zeitung "Express Tribune" am Dienstag berichtet. Das Virus werde so schnell nicht verschwinden und so müsse ein Gleichgewicht zwischen Beschränkungen und den Bedürfnissen der Armen gefunden werden. Ein "Lockdown" würde etwa 25 Millionen Arbeiter treffen, deren Familien verhungerten, wenn sie nicht arbeiten könnten. Das südasiatische Land hat bislang 72.460 Covid-19-Infektionen und 1.543 Todesfälle vermeldet.

Damit unterscheidet sich Pakistan deutlich vom Nachbarland Indien, wo die Regierung im März extrem strenge Beschränkungen verhängt und dabei Millionen Menschen in existenzielle Not gestürzt hat. Khan hatte hingegen erklärt, ein kompletter "Lockdown" sei in einem Land nicht möglich, in dem ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebe. Stattdessen hatten die lokalen Behörden eine Vielzahl unterschiedlicher, teils widersprüchlicher Maßnahmen ergriffen. Die Situation in Pakistan unterscheide sich deutlich von der in China und Europa, sagte der Ministerpräsident am Dienstag.

Ende Mai hatte das Oberste Gericht Pakistans die Schließung von Läden und Einkaufszentren durch die Behörden für verfassungswidrig erklärt. Khan rief die Bevölkerung auf, sich verantwortungsvoll zu verhalten und warnte gleichzeitig davor, dass mehr Infektionen und Todesfälle unvermeidbar seien.

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