Kardinal Marx fordert respektvollen Umgang in Corona-Debatte

Kardinal Marx fordert respektvollen Umgang in Corona-Debatte

Der Münchner katholische Erzbischof Reinhard Marx hat an Pfingsten zu einer respektvollen Kommunikation in der Corona-Pandemie aufgerufen. Man bekomme den Eindruck, "dass viele gar nicht mehr zuhören und verstehen wollen, sondern nur noch ihre Behauptungen und Positionen laut in die gesellschaftliche Debatte werfen", sagte der Kardinal am Pfingstsonntag im Münchner Liebfrauendom. Es gebe derzeit ein "Durcheinander von Meinungen und Positionen" wie auch Diskussionen, "die an Schärfe zugenommen haben".

Auch in der Kirche sei zu sehen, dass "ein wirkliches Verstehenwollen, ein Hören aufeinander, eine Bereitschaft, die verschiedenen Positionen und theologischen Meinungen miteinander ins Gespräch zu bringen, eher abnimmt", sagte Marx. So würden immer wieder angebliche Wahrheiten behauptet, aber "es wird nicht gemeinsam um die Wahrheit gerungen". Die Kirche habe aber sicher nicht die Aufgabe, "die Angst der Menschen zu vergrößern, Misstrauen zu säen, Spaltungen zu vertiefen".

Anfang Mai hatten konservative katholische Geistliche - unter ihnen der ehemalige Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller - einen Text gegen die Corona-Maßnahmen veröffentlicht. Darin wird eine Weltverschwörung angenommen, die das Ziel hat, persönliche Freiheiten dauerhaft einzuschränken. Marx kritisierte den Text mit scharfen Worten, auch die Deutsche Bischofskonferenz distanzierte sich von dem Schreiben.

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