Erhalt des Denkmals für Sinti und Roma gefordert

Erhalt des Denkmals für Sinti und Roma gefordert

Der Verein Amaro Foro sieht das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin gefährdet. Die Bundesregierung, das Land Berlin und die Deutsche Bahn seien aufgefordert, eine Lösung zu finden, die das Denkmal "nicht im Geringsten berührt", forderte die Jugendorganisation von Roma und Nicht-Roma am Mittwoch. Zudem rief sie zur Unterzeichnung einer Online-Petition der Initiative Sinti-Roma-Pride für den Erhalt des Mahnmals auf.

Das Denkmal erinnert an die in der NS-Zeit rund 500.000 ermordeten Sinti und Roma. Es befindet sich im Berliner Regierungsviertel zwischen dem Bundestag und dem Brandenburger Tor.

Den Angaben zufolge soll der Zugang zu dem erst 2012 eingeweihten Denkmal im Zuge von Bauarbeiten für eine neue S-Bahn-Linie eingeschränkt werden. Am Montag hatte die Bahn erklärt, dass das Denkmal an sich nicht angetastet werde. Auch während der Bauarbeiten werde immer ein Zugang zum Denkmal möglich sein, sagte der DB-Konzernbevollmächtigte Alexander Kaczmarek. Derzeit befinde man sich in einer frühen Planungsphase, verschiedene Varianten würden geprüft.

Amaro Foro erklärte: "Erst vor 20 Jahren wurden Sinti und Roma in Deutschland als Minderheit anerkannt." Ebenso lange habe es gedauert, bis das Mahnmal eingeweiht wurde. Nun könnten die geplanten Bauarbeiten "den Ort des Gedenkens beschädigen und unbegehbar machen". Zur Ankündigung der Bahn erklärte der Verein am Mittwoch: "Wie lange müssen wir noch derart ungeheuerliche Kompromisse eingehen? Wie lange müssen wir noch nur das annehmen, was uns gegeben wird?"

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