Unibibliotheken in Dresden und Freiburg geben NS-Raubkunst zurück

Unibibliotheken in Dresden und Freiburg geben NS-Raubkunst zurück

Die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) und die Freiburger Universitätsbibliothek haben NS-Raubgut aus ihren Beständen zurückgegeben. Es handele sich dabei um drei Bücher aus der Privatbibliothek des niederländischen Philosophen, Humanisten und Freidenkers Leonard Polak (1880-1941), die 1941 von den Nationalsozialisten geraubt wurden, teilte die SLUB am Dienstag in Dresden mit. Die Bände seien an Polaks Erben zurückgegeben worden.

Für die Restitution wurden zwei in Freiburg identifizierten Bände mit einem Buch aus der Dresdner Bibliothek zusammengeführt. "Wir freuen uns, dass wir diese Bücher nach 77 Jahren an die Familie von Leo Polak zurückgeben konnten", erklärte die Leiterin der SLUB-Handschriften, Jana Kocourek. Die Nachfahren schenken den Angaben zufolge die Bücher wie auch schon zuvor restituierte Bände der Universitätsbibliothek in Amsterdam.

Der Niederländer Leonard Polak besaß den Angaben zufolge eine sehr umfangreiche Bibliothek mit wertvollen und bibliophilen Ausgaben. Die Bücher seien an insgesamt vier sich ähnelnden Exlibris mit der Beschriftung "Ex libris Leo Polak" zu erkennen. Ein Großteil der Sammlung wurde nach Polaks Verhaftung und Deportation 1941 in Amsterdam von den nationalsozialistischen Besatzern konfisziert.

Polak, Freidenker jüdischer Konfession, lehrte Philosophie an der Universität Groningen, bis er im Mai 1940 im Zuge der deutschen Besatzung der Niederlande Berufsverbot erhielt. Im Februar 1941 wurde er verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert, wo er umkam.

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