Missbrauchs-Verfahren: Dem Angeklagten tun seine Taten leid

Missbrauchs-Verfahren: Dem Angeklagten tun seine Taten leid

Im zu Ende gehenden Würzburger Logopäden-Prozess hat der Angeklagte am Montag erklärt, dass er seine Taten bereue. Ihm tue sein egoistisches Verhalten leid, sagte der 38-jährige Logopäde laut einer Mitteilung des Sprechers des Würzburger Landgerichts nach den nichtöffentlichen Plädoyers seiner Verteidiger. Dem geständigen Mann wird 66-facher schwerer sexueller Kindesmissbrauch vorgeworfen.

Die Vertreterin der Generalstaatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche 13 Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe und ein lebenslanges Berufsverbot gefordert. Die Verteidigung hielt am Montag laut Mitteilung eine Gesamtfreiheitsstrafe von neun Jahren und acht Monaten für angemessen. Sie plädierte gegen eine Sicherheitsverwahrung und ein Berufsverbot. Hierfür liege keine ausreichende Gefährlichkeitsprognose des Angeklagten vor.

Er habe sich deshalb im Prozess für seine Taten bislang nicht ausdrücklich entschuldigt, da es keine Entschuldigung für diese Taten gebe, sagte anschließend der 38-jährige Angeklagte laut Mitteilung des Gerichts. Der Logopäde habe erklärt, er sei sich seiner Schuld und des Schadens bewusst, den er für die Kinder, deren Angehörige, seine Mitarbeiter, seinen Ehemann und auch seine Pflegekinder verursacht habe.

Der Mann hatte sich unter anderem in zwei evangelischen Kitas an sieben teils schwerbehinderten Jungen zwischen zwei und sechs Jahren vergangen. Von seinen Taten fertigte er pornografische Bilder und Videos an, die er über das sogenannte Darknet verbreitete. Infolge der Ermittlungen haben die Behörden weitere Tatverdächtige in ganz Europa ausfindig gemacht.

Die Verhandlung sollte laut Gericht am Nachmittag fortgesetzt werden. Je nach Verlauf könnte auch ein Urteil verkündet werden, hieß es.

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