Habeck fordert höhere Fleischpreise und Reform der EU-Agrarpolitik

Habeck fordert höhere Fleischpreise und Reform der EU-Agrarpolitik

Grünen-Chef Robert Habeck hat seine Forderung nach höheren Fleischpreisen bekräftigt und gegen Kritik verteidigt. Supermärkte entwerteten mit Dumpingpreisen für Fleisch oder Milch die Arbeit der Bauern und degradierten Tiere zu Rohstofflieferanten, sagte Habeck der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag): "Deswegen sollten Dumpingangebote verboten werden, das hieße konkret, einen Mindestpreis für tierische Produkte festzusetzen, eine unterste Haltelinie."

Der Co-Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen forderte darüber hinaus die Einführung eines Tierschutzcents für mehr Tierschutz und auskömmliche Löhne. Der sollte von den Discountern an der Ladentheke erhoben und für den Umbau der Ställe an die Bauern weitergereicht werden. "Damit wäre das Argument, dass die Tierhaltung dann ins Ausland abwandert, weg."

Habeck appellierte an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die deutsche EU-Ratspräsidentschaft ab 1. Juli zu nutzen, um eine Reform der EU-Agrarpolitik in die Wege zu leiten. Die EU-Agrarmilliarden müssten für mehr Tierwohl eingesetzt werden. "Bislang hat Deutschland da immer gebremst. Aber was hat sie zu verlieren? Es wäre doch eine starke Leistung zum Ende ihrer großen Karriere."

Den Vorwurf der Linkspartei, höhere Fleischpreise verstärkten die soziale Spaltung, wies Habeck zurück. "Die soziale Spaltung im Land ist ein Problem, aber man sollte sie nicht aufs Schnitzel verengen. Armut, soziale Ungerechtigkeit brauchen grundlegende Antworten." Auch die Dumpingbedingungen, unter denen Bauern wirtschafteten, seien alles andere als sozial gerecht.

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