Spahn will Behandlung auch von Nicht-Corona-Patienten sichern

Spahn will Behandlung auch von Nicht-Corona-Patienten sichern

Berlin (epd). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will ein neues Versorgungskonzept für Kliniken einführen, um in der Corona-Krise Behandlungskapazitäten für sämtliche Patienten zu sichern. "Mein Ziel ist, zusammen mit den Ländern den Kliniken einen neuen Rahmen für die Versorgung zu geben: Im nächsten Schritt sollten wieder 75 Prozent des Klinikbetriebs für Nicht-Corona-Behandlungen zur Verfügung stehen und 25 Prozent weiterhin für Corona-Patienten bereit- und freigehalten werden", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

Spahn reagierte damit auf Hinweise, wonach die Zahl der Patienten, die wegen eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarkts in den Notaufnahmen behandelt werden, zurückgeht. "Das besorgt mich sehr", sagte der Minister. Es sei ein Zeichen dafür, dass sich Patientinnen und Patienten trotz schwerer Erkrankung aus Angst vor einer Infektion nicht behandeln lassen. Das Gleiche gelte auch für chronisch Kranke, die im Moment nicht zu ihrem Facharzt gehen, oder Patienten, die keine Vorsorgeuntersuchungen mehr machen lassen.

In den letzten Wochen hatten die Krankenhäuser in Deutschland sehr viele der planbaren Eingriffe und Untersuchungen abgesagt, um sich für die Corona-Krise zu rüsten. Das sei richtig und notwendig, unterstrich Spahn. Inzwischen sei die Trennung von Corona-Patienten und Patienten mit anderen Erkrankungen in den meisten Krankenhäusern aber sehr gut organisiert. Es gebe einen neuen Klinikalltag. "Wenn wir das Infektionsgeschehen weiter so im Griff behalten, können wir Schritt um Schritt wieder zu einer normaleren Versorgung in den Kliniken kommen", kündigte der CDU-Politiker an.

epd fu