Boris Palmer will "neuen Generationenvertrag" in Corona-Krise

Boris Palmer will "neuen Generationenvertrag" in Corona-Krise

Als Ausweg aus der Corona-Krise fordert Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer eine pauschale Quarantäne für Alte und Kranke. "Es wäre ein neuer Generationenvertrag, bei dem die Jüngeren arbeiten gehen, die Infektion auf sich nehmen, während die Älteren und Kranken auf soziale Kontakte verzichten", sagte der Grünen-Politiker der "tageszeitung" (Montag).

Für alle, die nicht zur Risikogruppe gehörten, könnte man dann schrittweise die Ausgangsbeschränkungen wieder lockern. "Natürlich nicht zurück zur völligen Normalität mit Bundesligaspielen und verschwitzten Disco-Partys", sagte Palmer. Das Ziel wäre, das Wirtschaftsleben halbwegs zu normalisieren, so dass die Leute wieder arbeiten gehen können, aber keinen ungeschützten Kontakt mehr mit der Risikogruppe haben.

Er wüsste nicht, warum die Isolation von mindestens 16 Millionen Seniorinnen und Senioren schwieriger sein sollte "als drei Monate Shutdown für alle", sagte der Tübinger Oberbürgermeister: "Wenn die Regierung es für denkbar hält, 700 Milliarden Euro zu verbrennen, weil die Wirtschaft ruht, ist es dann nicht vorstellbar, für vielleicht zehn Prozent der Kosten eine optimale Versorgung der Alten und Kranken auf die Beine zu stellen?"

Auch ethisch sei sein Konzept vertretbar, selbst wenn auch einzelne Gesunde durch eine Infektion in Lebensgefahr geraten könnten, sagte Palmer. Man müsse jetzt die richtigen Konsequenzen aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen ziehen. "Sich streng an Daten und Fakten zu halten, rettet mehr Leben, als wenn man die eigene Moralität hochhält", sagte der Grünen-Politiker.

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