Patientenschützer kritisieren Pflege-Aufnahmestopp

Patientenschützer kritisieren Pflege-Aufnahmestopp

Patientenschützer kritisieren den Aufnahmestopp für Pflegeheime in Bayern und Niedersachsen infolge der Corona-Pandemie. "Ein grundsätzlicher Aufnahmestopp in den Pflegeheimen ist ein Brandbeschleuniger in der Krise", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, am Sonntag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Mit dieser Maßnahme versagten Niedersachsen und Bayern beim Schutz der Schwächsten, denn Pflegeheimplätze würden dringend gebraucht.

Die Heime müssten in der Corona-Krise allerdings auch gerüstet sein, der Infektionsgefahr zu begegnen, mahnte Brysch. Ein Aufnahmestopp treffe auch die pflegenden Angehörigen. Deshalb müsse jeder Pflegebedürftige vor einer Aufnahme auf Corona getest werden und in der Einrichtung isoliert werden, bis ein Ergebnis vorliege. Außerdem müssten leerstehende Reha-Einrichtungen, Landschulheime oder Hotels für die Aufnahme von Pflegebedürftigen genutzt werden.

Das bayerische Gesundheitsministerium hatte am Samstag verfügt, dass Alten- und Pflegeheime keine weiteren Bewohner aufnehmen dürfen, um weitere Corona-Ansteckungen möglichst zu verhindern. Für ältere und pflegebedürftige Menschen bestehe eine besonders hohe Gefahr, an Covid-19 mit schwerem Verlauf zu erkranken, erklärte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in München. Die Maßnahme gilt zunächst bis zum 19. April.

Auch Niedersachsen hatte Ende März nach dem Bekanntwerden von mehreren Todesfällen in einem Wolfsburger Pflegeheim einen landesweiten Aufnahmestopp für alle Pflegeheime verhängt. Das Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim und das Seniorenheim St. Nikolaus in Würzburg sind die bundesweit am stärksten durch die Corona-Krise betroffenen Einrichtungen für alte Menschen. Dort starben jeweils mehr als 20 Bewohner.

epd lbm/jup

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