Sozialverbände: Regelleistungen wegen Corona erhöhen

Sozialverbände: Regelleistungen wegen Corona erhöhen

Neben anderen Sozialverbänden plädiert auch die Diakonie Deutschland für einen befristeten Corona-Zuschlag für Hartz-IV-Bezieher. "Außergewöhnliche Belastungen durch eine weltweite Pandemie sind in den Berechnungen der Regelsätze nicht vorgesehen", sagte Vorstand Maria Loheide am Mittwoch in Berlin. Deshalb bräuchten Menschen in der Grundsicherung jetzt einen Zuschlag von 100 Euro für Erwachsene und 80 Euro je Kind.

Die Diakonie unterstütze eine entsprechende Petition kirchlicher und gewerkschaftlicher Gruppen, erläuterte Loheide. "Die Politik muss jetzt schnell handeln, damit existenzbedrohliche Armut in Deutschland nicht durch die Corona-Krise wieder zum Normalfall wird." Mit den Zuschlägen ließen sich entstehende Mehrkosten decken, die etwa durch den Wegfall des kostenlosen Mittagessens in Schulen und Kitas oder durch geschlossene Tafeln entstünden.

Ähnlich hatten sich bereits die Caritas und der Paritätische Bundesverband geäußert. Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider forderte ein sofortiges Notprogramm für Menschen in Hartz IV und in der Altersgrundsicherung. Er warb für eine Erhöhung der Regelsätze in der Grundsicherung um 100 Euro pro Monat und Haushaltsmitglied, um insbesondere eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen. Zusätzlich sei eine Einmalzahlung von 200 Euro notwendig für Mehraufwendungen in der Corona-Krise, wie etwa Kosten für Arzneimittel.

Auch die Opposition befürwortet Sonderzahlungen. Linken-Vorsitzende Katja Kipping sagte jüngst, man brauche "einen Pandemiezuschlag auf alle Sozialleistungen". Die Grünen fordern für die Zeit geschlossener Kitas und Schulen einen befristeten Zuschlag für Kinder aus Familien, die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets bekommen. Gezahlt werden sollten mindestens 60 Euro pro Monat, also etwa drei Euro pro Schultag, hieß es.

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