Corona: Psychiater Gallinat erwartet Zunahme psychischer Erkrankungen

Corona: Psychiater Gallinat erwartet Zunahme psychischer Erkrankungen

Hamburg (epd). Nach Einschätzung des Hamburger Psychiaters Jürgen Gallinat werden einige Menschen durch die Corona-Pandemie Depressivität oder Ängstlichkeit entwickeln. Auch Ärzte und Pflegekräfte könnten davon betroffen sein, sagte der Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf am Mittwoch. Nach einer Quarantäne könnten sich noch nach einigen Wochen Symptome wie Ängstlichkeit im Umgang mit Menschen, depressive Stimmung, Anspannung und Schlafstörungen zeigen. Die meisten Menschen würden aber keinen Schaden davon tragen.

Es sei normal und nachvollziehbar, dass die Corona-Pandemie Menschen Angst mache, erklärte Gallinat. Die Kontaktsperre könne durch die soziale Isolation die psychische Belastung verstärken und Angst oder Depression begünstigen. Vor allem der schwer absehbare Endpunkt der Corona-Pandemie sei ein Stressfaktor. Die Gefahr wäre geringer, wenn das Ende der Kontaktsperre bekannt wäre.

Um aufkommende Ängste zu bekämpfen sei es wichtig, sich mit Hilfe vertrauenswürdiger Quellen über die aktuelle Corona-Lage zu informieren, rät der Psychiater. "Sogenannte Fake News schüren ganz bewusst Ängste." Man sollte aber nicht den ganzen Tag über die Nachrichten verfolgen oder sich gar Push-Nachrichten aufs Handy schicken lassen.

Hilfreich gegen psychische Belastungen seien ein strukturierter Alltag und Routinen, sagte Gallinat. Körperliche Bewegung reduziere die depressive Stimmung und stärke das Selbstwertgefühl.

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