Junge in Kenia wegen Ausgangssperre von Polizei erschossen

Junge in Kenia wegen Ausgangssperre von Polizei erschossen

Bei der Durchsetzung einer nächtlichen Ausgangssperre zur Eindämmung des Coronavirus in Kenia ist ein 13-jähriger Junge von der Polizei erschossen worden. Wie die kenianische Tageszeitung "Daily Nation" am Dienstag berichtete, hatten Polizisten am Montagabend in einem Slum der Hauptstadt Nairobi mit scharfer Munition geschossen, um Passanten zu zerstreuen. Dabei wurde der Junge von einer Kugel in den Unterleib getroffen. Die Zeitung beruft sich auf Augenzeugen.

Die Ausgangssperre gilt seit vergangenem Freitag im Zusammenhang mit dem Kampf gegen das Coronavirus. Die Eltern des Jungen berichteten der Zeitung, der Schüler habe auf dem Balkon gespielt, als ihn die Kugel traf. Er starb später im Krankenhaus. Der Chef der kenianischen Polizei, Hillary Mutyambai, ordnete eine Untersuchung an.

Schon zuvor hatte das gewaltsame Vorgehen der kenianischen Polizei zur Durchsetzung der Ausgangssperre Kritik provoziert. Am Freitag hatten Polizisten in der Hafenstadt Mombasa Passanten mit Stöcken und Peitschen geschlagen, außerdem Tränengas eingesetzt.

Auch in anderen afrikanischen Ländern setzen Polizei und Militär die Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen mit zum Teil exzessiver Gewalt durch. Laut der Wochenzeitung "The Eastafrican" erschossen ugandische Polizisten in der vergangene Woche zwei Menschen, die die Ausgangssperre missachtet hatten.

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