Missionswerk ruft zu Hilfe für evangelische Schule in Palästina auf

Missionswerk ruft zu Hilfe für evangelische Schule in Palästina auf
28.03.2020
epd-Gespräch: Lukas Philippi
epd

Das Berliner Missionswerk hat wegen der Corona-Krise zur Unterstützung seiner evangelischen Schule Talitha Kumi in Bait Dschala in den palästinensischen Autonomiegebieten aufgerufen. Wegen der Ausrufung des Notstandes in Palästina sei der Schulcampus Talitha Kumi besonders hart getroffen, sagte der Direktor des Missionswerkes, Christoph Theilemann, dem Evangelischen Pressedienst (epd).

"Das dortige Gästehaus kann keine Gäste empfangen und hat keine Einnahmen. Es gibt Stornierungen für die nächsten Monate", betonte er. Der Schulunterricht der Hotelfachschule und der Primär- und Sekundärschule laufe online. Schüler und Lehrer seien zu Hause. "Etliche deutsche Lehrerinnen und Lehrer unterrichten inzwischen von Deutschland aus." Kindertagesstätte, Mädcheninternat und die Schulen seien verwaist. "Aber die Gehälter müssen weiter gezahlt werden. Talitha Kumi braucht dringend finanzielle Hilfe", sagte Theilemann.

Weiter sagte der Chef des Missionswerkes: "Die gegenwärtige Situation schränkt unsere Arbeit erheblich ein." Der Kontakt zu den in- und ausländischen Partnern per Mail und Telefonaten sei aber weiter sehr intensiv. Insgesamt unterstützt das Missionswerk weltweit etwa 25 Kirchen und entwicklungspolitische Projekte.

Einschränkungen gebe es auch beim Einsatz von Freiwilligen im In- und Ausland, erklärte Theilemann. Im Entsendejahr 2019/20 seien 27 Freiwillige ins Ausland geschickt worden. Sieben Einsatzplätze für Freiwillige aus dem Ausland standen in Berlin zur Verfügung. Alle deutschen Freiwilligen aus dem Ausland seien zurückgeholt worden, alle ausländischen Freiwilligen, die in Berlin waren, wieder zurück nach Hause gegangen. Diese Entscheidungen seien nicht leicht gewesen: "Wir haben uns von unserer Fürsorgepflicht leiten lassen", sagte er. Die zuständigen deutschen Ministerien hätten entsprechende dringende Empfehlungen ausgesprochen, da die Reisemöglichkeiten immer geringer und komplizierter wurden.

Eine unmittelbare Gefährdung der Projekte im Ausland bestehe nicht, sagte Theilemann weiter: "Freilich hängt vieles davon ab, wie sich die Entwicklung in weiter vollzieht." Problematisch sei allerdings die Situation des Schulcampus Talitha Kumi in Palästina. Aktuell helfen dort das Auswärtige Amt und auch das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt".

Das Berliner Missionswerk setzt sich nach eigenen Angaben "für ein lebendiges christliches Zeugnis ein" und unterstützt Kirchen sowie Entwicklungsprojekte im Nahen Osten, in Afrika, Ostasien, Russland, Kuba, Nordamerika und Europa.

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