Kampf gegen Corona: WHO fordert humanitäre Korridore in Afrika

Kampf gegen Corona: WHO fordert humanitäre Korridore in Afrika

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die afrikanischen Staaten aufgerufen, zur Bekämpfung der Corona-Pandemie humanitäre Korridore zu öffnen. Diese seien notwendig, um Material und Experten trotz Grenzschließungen schnell und effektiv vom einen ins andere Land zu bringen, sagte die WHO-Chefin für Afrika, Matshidiso Moeti, am Donnerstag in einer Telekonferenz aus Brazzaville (Republik Kongo).

In der vergangenen Woche haben die Corona-Infektionen in Afrika laut WHO stark zugenommen. Täglich kämen etwa 300 Fälle hinzu, sagte Moeti. Am Mittwoch waren der WHO zufolge 1.664 Infektionen sind in Afrika südlich der Sahara registriert und 29 Infizierte gestorben. Moeti widersprach der Vermutung, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten deutlich höher sei. Der Anteil der Tests, die negativ ausgefallen seien, unterscheide sich nicht signifikant von dem im Rest der Welt. Dies spreche dafür, dass die Zahlen im Großen und Ganzen stimmten.

Viele Staaten, unter ihnen Südafrika, Nigeria und der Senegal, unterstützen nach Moetis Worten ihre Nachbarstaaten bereits etwa mit Corona-Tests, die noch nicht in allen afrikanischen Ländern möglich seien. Moeti hob die Bedeutung von Isolationsmaßnahmen für Infizierte hervor. In gut der Hälfte der bisher 40 betroffenen afrikanischen Länder gebe es erst einige wenige, aus dem Ausland importierte, Corona-Fälle. Diese Menschen seien in der Regel in der Lage, sich selbst zu isolieren.

Die Behörden müssten zudem alle Kontaktpersonen ausfindig machen und ebenfalls unter Quarantäne stellen, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. Sie appellierte an die Regierungen, ihre Ressourcen für solche Maßnahmen anstatt für Grenzschließungen einzusetzen. Ebenso wichtig seien Hygienemaßnahmen im öffentlichen Raum.

Mit besonderer Sorge schaut die WHO auf Staaten mit bewaffneten Konflikten. Zudem seien einige Inselstaaten und kleinere Länder dringend auf Unterstützung angewiesen, sagte Moeti. Generell stellten Familien mit schlechter Hygiene und traditionell eng verflochtene Großfamilien mit bis zu 100 Mitgliedern große Herausforderungen dar, sollte das Virus sich weiter ausbreiten. Moeti rief Minister und andere Gesundheitsexperten auf, sich voll und ganz der Bekämpfung des Virus zu widmen. Jeder, der eine entsprechende Qualifikation habe, werde derzeit im Kampf gegen Corona gebraucht.

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