Seemannsclub wegen Corona-Pandemie geschlossen

Seemannsclub wegen Corona-Pandemie geschlossen

Der Internationale Seemannsclub "Duckdalben" im Hamburger Freihafen hat geschlossen - zum ersten Mal seit Gründung vor 33 Jahren. Doch der Service für die Seeleute gehe weiter, direkt an den Gangways der Schiffe, sagte Anke Wibel, die gemeinsam mit Diakon Jan Oltmanns den Club leitet: "Corona macht erfinderisch."

Der "Duckdalben" arbeitet mit Minimalbesetzung, täglich von 10 bis 18 Uhr gibt es einen Telefon- und Lieferservice. "Die Seeleute rufen an oder melden sich per Facebook und geben ihre Wünsche durch. Dann fahren wir zu ihrem Schiff, direkt an die Gangway." An Bord geht es nicht mehr: Die Kapitäne haben Sorge, dass das Virus von Land an Deck kommt. Dauerbrenner-Wunsch sind Telefonkarten, aber auch Hygiene-Artikel. Als Zugabe gibt es Schokolade - "für die Seele", sagt Wibel.

"Seefahrt tut not" - dieser Satz stimme immer, aber derzeit stimme er erst recht, sagt die Clubchefin. Die Seeleute hätten jetzt eine besondere Rolle im globalen Kampf gegen das Coronavirus, denn sie seien "die DNA der Welt-Gesellschaft". Spätestens nach Schließung der meisten Flughäfen seien sie die einzigen, die noch liefern, was alle brauchen.

Das Coronavirus habe seinen Anfang zwar in China genommen. Doch Angst vor Schiffen und ihrer Besatzung aus Übersee sei unbegründet: Ein Containerschiff brauche etwa vier Wochen von Asien bis Hamburg, so Wibel. Diese Zeit reiche, um bei Infizierten Symptome auszumachen und vor Hamburg Maßnahmen zu ergreifen beziehungsweise wieder gesund zu werden.

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