Gehörlose fordern Corona-Infos in Gebärdensprache

Gehörlose fordern Corona-Infos in Gebärdensprache

In einer Online-Petition rufen gehörlose Menschen die Bundesregierung dazu auf, Informationen zum Coronavirus auch in Gebärdensprache bereitzustellen. "Auch unser Leben ist durch die Corona-Pandemie in Gefahr", heißt es in der Petition, die am Montagmittag auf dem Portal "change.org" rund 8.500 Unterzeichner hatte. Der Appell richtet sich unter anderen an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), das Robert Koch-Institut und die Regierungen der Bundesländer.

Die Bundesregierung sei nach der UN-Behindertenrechtskonvention gesetzlich dazu verpflichtet, etwa eigene Pressekonferenzen und Fernsehsendungen zum Coronavirus auch mit Gebärdensprache anzubieten, schreiben die Autoren der Petition.

"Gebärdensprache ist die Muttersprache der Mehrheit der Gehörlosen", erklärten die Petenten. Nur sie sei in der Lage, Gehörlosen "vollumfänglich und in Echtzeit genau die gleichen Informationen wie Hörenden zu übermitteln". Daher müsse unverzüglich ein Budget für die "sofortige Herstellung der Barrierefreiheit für Gehörlose/gebärdensprachkompetente Menschen in Krisen- und Katastrophensituationen" bereitgestellt werden, betonten die Autoren der Petition.