EU will Beziehungen mit Afrika vertiefen

EU will Beziehungen mit Afrika vertiefen

Die EU-Kommission will Europas Beziehungen mit Afrika vertiefen. Ein engeres politisches, wirtschaftliches und kulturelles Verhältnis der Nachbarkontinente sei in einer multipolaren Welt entscheidend, heißt es in einer Mitteilung, die die Kommission und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Montag in Brüssel vorstellten. Mit dem Papier reagiert die EU auch auf Konkurrenz um Einfluss in Afrika.

Wenn sie in Afrika reise, treffe sie dort auf Russland, Indien, China, Golfstaaten und die USA, sagte die zuständige EU-Kommissarin Jutta Urpilainen vor einigen Tagen, auch die Rolle der Türkei wachse. Angesichts dessen wollten afrikanische Akteure von der EU wissen, was sie anzubieten habe.

Die Kommission schlägt nun vor, bestimmte Bereiche in Afrika weiterzuentwickeln. Dazu gehören grünes Wachstum und eine Verbesserung des Geschäftsumfelds, Handel und ländliche Entwicklung. Weiter geht es um Felder, die schon länger im Blickpunkt stehen, etwa Frieden und Sicherheit sowie Demokratie und Menschenrechte. Konkrete Finanzzusagen macht die EU nicht, da sie ihren mehrjährigen Haushalt gerade erst intern verhandelt.

Mit Blick auf Migration hält die Kommission an ihrer bisherigen Linie fest. Es werden die Bekämpfung von Fluchtursachen und schnellere Abschiebungen befürwortet und zugleich Projekte für legale Migration und die Aufnahme Schutzbedürftiger aus Afrika in Europa, ohne die Größenordnungen konkret zu machen.

Das Papier soll eine Strategie vorbereiten, die EU und Afrikanische Union im Oktober bei einem Gipfeltreffen verabschieden könnten. Die Grünen-Europaabgeordnete Pierrette Herzberger-Fofana verlangte, der Prozess rund um diese Strategie müsse "transparent und inklusiv gestaltet werden". Die CDU-Abgeordnete Hildegard Bentele bedauerte am Montag, in dem Vorschlag zum Thema Kooperationsmöglichkeiten unter dem europäischen Green Deal finde sich außer Schlagworten wenig.

Meldungen

Top Meldung
Vatikanstadt: Papst Franziskus segnet  "Urbi et Orbi".
Die Corona-Pandemie hat am Sonntag erneut die Predigten leitender Geistlicher beherrscht. Sie appellierten an die Gläubigen, alte und kranke Menschen jetzt nicht alleinzulassen. "Wir sitzen alle im selben Boot", betonte der Papst.