Leipzig empfängt zum Deutschen Chorfest 500 Ensembles

Leipzig empfängt zum Deutschen Chorfest 500 Ensembles
Vier Tage, 700 Konzerte, 30 Bühnen: Leipzig ist in wenigen Wochen Gastgeber des vierten Deutschen Chorfestes, das alle vier Jahre ausgerichtet wird. Mehr als 15.000 Teilnehmer werden erwartet.

"Leipzig ist ganz Chor": Unter diesem Motto erwartet Sachsens größte Stadt zum Deutschen Chorfest ab dem 30. April mehr als 15.000 Sängerinnen und Sänger. Vier Tage lang wollen sie mit ihren mehr als 500 Chören 70 Konzerte geben und 30 Bühnen in der Stadt zum Singen und Klingen bringen, wie der Deutsche Chorverband als Veranstalter am Donnerstag in Leipzig ankündigte. Zentrale Bestandteile des Festes sind demnach neben den Auftritten von Laien und Profis auch zahlreiche Mitmachaktionen und ein Chorwettbewerb.

Die nationalen und internationalen Chöre werden die Bühnen den Angaben nach im Halbstundentakt mit allen Facetten der Vokalmusik füllen. Ein Großteil der Veranstaltungen sei kostenlos. Das Eröffnungskonzert in der Thomaskirche bestreiten die Lokalmatadoren des traditionsreichen Leipziger Thomanerchors. Ein Kernstück wird die zentrale Open-Air-Bühne auf dem Leipziger Marktplatz sein. Auch zahlreiche Kirchen, das Alte Rathaus, das Völkerschlachtdenkmal, die Kongresshalle am Zoo und das Gewandhaus sollen bespielt werden.

Im Wettbewerb treten den Angaben zufolge gut 130 Chöre in insgesamt elf Kategorien gegeneinander an. Dabei sollen die klassischen Grenzen der Formationen aufgelöst werden, wie die Geschäftsführerin des Deutschen Chorverbands, Veronika Petzold, erklärte: Statt Männer- gegen Männerchöre und Kinder- gegen Kinderchöre antreten zu lassen, erfolge die Einteilung nach Genres wie etwa Alte Musik oder Jazz, in denen sich dann alle Chorformen miteinander messen können.

Ein weiteres wichtiges Anliegen des Festes sei die Förderung von Kinder- und Jugendchören, sagte Petzold. In den vergangenen Monaten seien dazu bereits zahlreiche Leipziger Kindergärten und Grundschulen in die Programmplanung eingebunden worden. Insgesamt habe die Entscheidung für Leipzig "ein gigantisches Interesse ausgelöst", betonte Petzold.

Der Präsident des Deutschen Chorverbands, Alt-Bundespräsident Christian Wulff, sprach von einer "bewussten und einstimmigen Entscheidung" dafür, "dass im 30. Jahr der Einheit genau hier der Ort ist, um über das Thema Zusammenhalt neu nachzudenken". Das letzte Chorfest im deutschen Osten habe vor 154 Jahren in Dresden stattgefunden, erklärte er. "Jetzt kehren wir zurück in die Weltstadt, die Musikstadt, die Bachstadt", erklärte Wulff und betonte: "Wir werden am 3. Mai sagen, schade, dass es schon vorbei ist."

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) ergänzte, Leipzig sei im 19. Jahrhundert neben Wien und Paris die Weltstadt der Musik gewesen. "Wir haben ungebrochen daran festgehalten und freuen uns sehr, dass dieses Chorfest hier stattfinden kann", erklärte Jung. Er freue sich auf das Miteinander und dass die Chormusik in die Stadt hineinschwappe. "Singen befreit, macht friedliche Menschen, verbitterte Gesichter werden weich", fügte er hinzu.

Das Chorfest des Deutschen Chorverbands wird den Angaben nach zum vierten Mal veranstaltet. Die bisherigen Gastgeber waren Bremen (2008), Frankfurt am Main (2012) und Stuttgart (2016). Die Leipziger Ausgabe wird durch Zuwendungen des Freistaates Sachsen und der Stadt Leipzig von jeweils 450.000 Euro finanziert. Weitere 100.000 Euro steuert die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien bei.

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