Missbrauch: "Eckiger Tisch" dringt auf rasche Entschädigung

Missbrauch: "Eckiger Tisch" dringt auf rasche Entschädigung

Vor dem Treffen der katholischen Bischöfe in der kommenden Woche hat die Betroffeneninitiative "Eckiger Tisch" ihre Forderung bekräftigt, Opfer sexuellen Missbrauchs rasch finanziell zu entschädigen. "Die deutschen Bistümer könnten jederzeit eine angemessene Entschädigung finanzieren. Sie müssen es nur wollen", erklärte die Initiative am Donnerstag in Berlin. Die Antragstellung auf Entschädigung müsse noch in diesem Jahr möglich sein, die Auszahlung zeitnah erfolgen. Die Bischöfe kommen von Montag bis Donnerstag kommender Woche in Mainz zu ihrer Frühjahrsvollversammlung zusammen.

Eine Auswertung der veröffentlichten Bilanzen der deutschen Bistümer zeige, dass die meisten Bistümer seit Jahren finanzielle Überschüsse erwirtschafteten, erklärte der "Eckige Tisch". Es "könnten gerechte Schmerzensgelder an die Opfer rasch aufgebracht werden".

Entsprechende Daten zur Finanzkraft der katholischen Ordensgemeinschaften, die ebenfalls für bekanntgewordene Missbrauchsfälle verantwortlich seien, gebe es nicht, kritisierte die Initiative. Obwohl es sich um Körperschaften des öffentlichen Rechts handele, operierten sie nach allen Regeln der Geheimhaltung. "Wenn sie erklären, dass sie von angemessenen Entschädigungen überfordert wären, müssen sie ihre Bilanzen offenlegen", fordert die Betroffeneninitiative.

Die Deutsche Bischofskonferenz beriet zuletzt auf ihrer Herbst-Vollversammlung im September in Fulda über Regelungen zur Entschädigungen für Opfer sexuellen Missbrauchs. Dabei wurden zwei Modelle diskutiert: eine pauschale Entschädigungsleistung in Höhe von 300.000 Euro oder ein Stufen-Modell mit Beträgen zwischen 40.000 und 400.000 Euro, das den Einzelfall stärker berücksichtigt. Eine Entscheidung darüber, welches Modell die Bischöfe einführen wollen, wurde jedoch nicht getroffen.

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