Friedensprozess im Südsudan macht Fortschritte

Friedensprozess im Südsudan macht Fortschritte

Im Südsudan hat Präsident Salva Kiir im Zuge eines Friedensprozesses mit der Bildung einer neuen Regierung begonnen. Kiir ernannte den Oppositionsführer und früheren Vizepräsidenten Riek Machar erneut zum ersten Stellvertreter, berichtete die Onlinezeitung "Sudan Tribune" (Samstag). Die Entlassung Machars als Vizepräsident hat Ende 2013 einen Bürgerkrieg ausgelöst, der seither Hunderttausende Menschen das Leben gekostet hat.

Die Rückkehr Machars ist ein erster Schritt zur Bildung einer Übergangsregierung der Nationalen Einheit. Im September 2018 unterzeichneten die Bürgerkriegsparteien ein Abkommen zur Teilung der Macht und zur Wiederbelebung eines gescheiterten Friedensschlusses von 2015. Regierung und Opposition hatten sich darauf geeinigt, vor dem 22. Februar eine gemeinsame Regierung zu bilden. Zuvor war der Termin wegen offener Streitpunkte mehrmals verschoben worden.

Seit Ende 2013 kämpfen die Regierung unter Präsident Kiir und Rebellen unter Führung von Machar sowie weitere Rebellengruppen um die Macht. Auslöser war ein Machtkampf zwischen Kiir und Machar, der entlassen wurde. 2015 wurde Machar ein zweites Mal zum Vizepräsidenten ernannt, floh jedoch ein Jahr später ins Exil. Seine dritte Rückkehr in das Amt am Freitagabend kam durch Druck und Vermittlung aus dem Ausland zustande.

Der Südsudan wurde 2011 vom Sudan unabhängig. Obwohl das Land reich an Erdölvorkommen ist, gehört es zu den ärmsten der Welt. Einer Schätzung zufolge hat der Bürgerkrieg rund 400.000 Menschen das Leben gekostet. Mit mehr als zwei Millionen Vertriebenen ist der Südsudan laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR die größte Flüchtlingskrise in Afrika.

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