Studie: Schulunterricht zementiert traditionelle Rollenbilder

Studie: Schulunterricht zementiert traditionelle Rollenbilder

In Schulbüchern für den Wirtschaftsunterricht werden einer Studie zufolge vielfach traditionelle Rollenbilder zementiert. In den Büchern kämen fast nie Unternehmerinnen oder Managerinnen vor, heißt es in der Untersuchung der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, über die die "Welt am Sonntag" berichtet. "Frauen sind keine Arbeitgeberinnen", erklärten die Forscher vom Zentrum für ökonomische Bildung in Siegen. "Arbeitgeber sind Männer, Frauen sind Mitarbeiterinnen oder Kundinnen." Auch der Vorgang von Unternehmensgründungen werde fast ausschließlich als männliche Veranstaltung dargestellt.

Auf den rund 5.000 untersuchten Schulbuchseiten für den Unterricht in der Mittelstufe und der gymnasialen Oberstufe werde lediglich eine einzige erfolgreiche Unternehmerin dargestellt, heißt es laut Bericht in der Studie mit dem Titel "Weibliche Vorbilder in Wirtschaftsschulbüchern". Auch sonst kämen Frauen in Führungspositionen "nur in homöopathischen Dosen vor", kritisierten die Forscher. Das gelte selbst für Meisterinnen oder Spezialistinnen: "In 99 Prozent der Fälle sind Frauen in untergeordneten Rollen dargestellt."

In den Schulen müsse sich dringend etwas ändern, forderte der Chef der Naumann-Stiftung, Karl-Heinz Paqué. "Wir wollen, dass Mädchen davon träumen, erfolgreiche Unternehmerinnen zu werden", sagte er. "Dafür müssen wir uns im Bereich Gleichstellung um die Ursachen kümmern, statt uns an den Symptomen abzuarbeiten."

epd mih

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