Betroffenenverein "Eckiger Tisch" will Aussetzung des Synodalen Wegs

Betroffenenverein "Eckiger Tisch" will Aussetzung des Synodalen Wegs

Die Betroffeneninitiative "Eckiger Tisch" fordert die Aussetzung des innerkatholischen Reformprozesses bis zur Neuregelung der Entschädigungsleistungen für Opfer sexualisierter Gewalt in der Kirche. "Der Synodale Weg kann nicht begonnen werden, während die Opfer draußen vor der Tür stehen und noch auf eine Antwort warten", heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung. Am Donnerstag treffen sich katholische Bischöfe und Laien erstmals anlässlich des Synodalen Wegs, um über die Lehren aus dem Missbrauchsskandal und Kirchenreformen zu sprechen. Die Frage von Entschädigungsleistungen für Missbrauchsopfer steht nicht auf der Tagesordnung der Versammlung, die bis Samstag in Frankfurt am Main tagt. Betroffenenvertreter sitzen nicht in der Synodalversammlung.

Der "Eckige Tisch" hatte im September bei der Herbst-Vollversammlung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz Vorschläge für eine Neuregelung der Entschädigungsleistungen gemacht. Ein Modell sieht pauschale Entschädigungen in Höhe von 300.000 Euro vor, ein zweites individuelle Leistungen zwischen 40.000 und 400.000 Euro im Einzelfall. Die Bischofskonferenz berät seither über die Vorschläge.

Die Entschädigung der Opfer und die unabhängige Aufarbeitung der Verbrechen der Vergangenheit endlich anzugehen, sei der wichtigste Schritt für einen nachhaltigen Reformprozess, erklärte der "Eckige Tisch". "Erst die Opfer - dann die Reform. Nicht umgekehrt."

Um die Betroffenen besser an der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals zu beteiligen, richtet die Bischofskonferenz einen Betroffenenbeirat ein. Der Aufruf wurde im Dezember veröffentlicht. Noch bis zum 7. Februar 2020 können sich Betroffene, ihre Angehörige oder gesetzliche Betreuer für das Gremium bewerben, wie die Bischofskonferenz am Donnerstag in Bonn mitteilte.

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