Rivlin: Europa wird von Geistern der Vergangenheit heimgesucht

Rivlin: Europa wird von Geistern der Vergangenheit heimgesucht

In seiner Rede vor dem Bundestag hat Israels Präsident Reuven Rivlin die Europäische Union zur Verteidigung ihrer Grundwerte aufgerufen. Europa werde heute von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht, sagte Rivlin in der Gedenkstunde des Parlaments für die Opfer des Holocaust am Mittwoch in Berlin. Nationalismus, Fremdenhass und Antisemitismus schwebten über ganz Europa, sagte er.

Rivlin sagte, der Kontinent sei nicht in den 1930er Jahren und damit nicht an der Schwelle einer neuer Schoah. Dennoch dürfe es nicht übergangen werden. Deutschland habe dabei eine besondere Verantwortung, sagte der israelische Präsident. Dasselbe Land, das durch den Nationalsozialismus zum Schrecken der Welt geworden sei, sei heute ein "Leuchtturm" für den Schutz liberaler Werte.

Wenn Juden dort heute nicht frei leben könnten, könnten sie es auch nicht woanders auf der Welt, sagte der Präsident. "Die Verantwortung, die auf Schultern Deutschlands lastet, ist enorm", mahnte er.

Rivlin übte in seiner Rede auch scharfe Kritik am Iran. Das dortige Regime sei ein Risiko für den Weltfrieden, sagte er. Der Iran müsse von der Staatengemeinschaft isoliert werden, forderte der Präsident. Zudem begrüßte Rivlin den Nahost-Friedensplan von US-Präsident Donald Trump. Er könne den Gesprächskanal mit den Palästinensern wieder öffnen, sagte Rivlin.

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