Rummenigge: Verein will Beitrag gegen das Vergessen leisten

Rummenigge: Verein will Beitrag gegen das Vergessen leisten

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München, erinnert am Holocaust Gedenktag am Montag an jüdische NS-Verfolgte, die Vereinsmitglieder waren. Wilhelm und Irene Neuburger sowie Hugo und Hedwig Railing wurden wegen ihres jüdischen Glaubens in Konzentrationslagern ermordet. Es sei dem Verein wichtig, den damaligen FC Bayern-Mitgliedern ein würdiges Andenken zu bereiten, erklärte Rummenigge am Sonntag auf epd-Anfrage. "Und es ist uns ein großes Anliegen, auch anlässlich des Erinnerungstages im Deutschen Fußball einen Beitrag gegen das Vergessen zu leisten."

Zum Gedenken an Neuburger und Railing und ihre Frauen sollen an ihren früheren Wohnorten zwei Erinnerungszeichen angebracht werden. Bei den Gedenkveranstaltungen sprechen Oberbürgermeister Dieter Reiter und Bürgermeisterin Christine Strobl (beide SPD).

Wilhelm und Irene Neuburger lebten laut dem Münchner Stadtarchiv seit 1929 mit ihren beiden Töchtern in München. Neuburger war begeisterter Sportler und Mitglied des FC Bayern. 1936 emigrierte die Familie nach Amsterdam und wurde von dort 1943 ins Kamp Westerbork und anschließend ins KZ Bergen-Belsen verschleppt. Irene Neuburger wurde 1944, ihr Ehemann Wilhelm 1945 ermordet. Die Töchter überlebten.

Hugo Railing und sein Bruder waren engagierte Mitglieder des FC Bayern. Ihr Familienunternehmen wurde 1938 zwangsenteignet. Hugo und seine Ehefrau Hedwig wurden 1942 ins Ghetto Piaski deportiert, wo Hedwig starb. Ihr Mann wurde 1942 im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Ihre beiden Kinder konnten nach England beziehungsweise in die Schweiz fliehen.

Die Initiative "Nie wieder" hat 2004 gemeinsam mit der Versöhnungskirche Dachau den Anstoß gegeben, an die Vereinsmitglieder des deutschen Fußballs zu erinnern, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet worden sind. In zahlreichen Fußballstadien gibt es seither entsprechende Stadiondurchsagen an den Spieltagen rund um den 27. Januar. Viele Vereine beteiligen sich inzwischen mit Fanprojekten an der Erinnerungsarbeit.

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