Grütters: Bevölkerung soll Zeichen der Solidarität mit Juden setzen

Grütters: Bevölkerung soll Zeichen der Solidarität mit Juden setzen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat die Bundesbürger aufgerufen, ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. "Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass an einem bestimmten Tag Menschen in Deutschland als Zeichen der Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern einen Davidstern tragen, um auf Ausgrenzung und Antisemitismus aufmerksam zu machen", sagte sie der Funke Mediengruppe (online/Montag). "Damit würde eine bisher schweigende Mehrheit zeigen: Wir dulden nicht, dass die Judenfeindlichkeit in Deutschland wieder Raum bekommt."

Die Gesellschaft müsse sich intensiver mit dem Problem des Antisemitismus auseinandersetzen, betonte Grütters. "Dafür müssen wir die ganze Breite der Bevölkerung sensibilisieren." Sie sei außerdem dafür, Straftaten mit antisemitischem Hintergrund härter zu bestrafen.

Den Besuch in Gedenkstätten würde Grütters gerne zum Teil der Lehrerausbildung machen, "besonders in den Geschichts-, Sozial- und Geisteswissenschaften". Hier gebe es einer Untersuchung zufolge an den Hochschulen einen großen Nachholbedarf. Für Schüler sollte der Besuch von Gedenkstätten aber eine freiwillige Veranstaltung bleiben, sagte die Kulturstaatsministerin. Um junge Leute und Zielgruppen zu erreichen, seien innovative Ideen und digitale Formate gefragt.

Gelassen beurteilt Grütters den Umstand, dass manche Jugendlichen in NS-Gedenkstätten Selfies machen oder am Holocaust-Mahnmal zwischen den Stelen herumlaufen - solange die Würde des Ortes gewahrt werde. "Mir ist es lieber, Jugendliche zeigen in den Sozialen Netzwerken, dass sie eine Gedenkstätte besuchen, als dass sie gar nicht erst kommen", sagte die CDU-Politikerin. "Das Posten in den Sozialen Netzwerken zeigt immerhin, dass sie sich über den millionenfachen Mord an Juden Gedanken machen."

Am Montag jährt sich zum 75. Mal die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz. Allein dort wurden von den Nationalsozialisten etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet, die allermeisten von ihnen waren Juden. Der 27. Januar wird seit 1996 in Deutschland und seit 2005 international als Gedenktag begangen.

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