Sozial-Institut: Organspende hat viel mit Vertrauen zu tun

Sozial-Institut: Organspende hat viel mit Vertrauen zu tun

Die Bereitschaft zur Organspende hat nach Aussage des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sehr viel mit Vertrauen zu tun. "Wenn der Aufbau von Vertrauen durch eine gesetzliche Regelung eher unterlaufen als gestärkt wird, könnte dies einen gegenteiligen Effekt auf die Spendenbereitschaft haben", erklärte Institutsdirektor Georg Lämmlin am Mittwoch in Hannover. Der Bundestag entscheidet an diesem Donnerstag über eine mögliche Neuregelung der Organspende. Den Abgeordneten liegen im Wesentlichen zwei Vorschläge vor, hinter denen sich jeweils Politiker verschiedener Parteien versammeln. Die Grundsatzfrage lautet, ob künftig jeder Organspender ist, der dem nicht widerspricht, oder weiter nur derjenige, der dem aktiv zugestimmt hat. Beide Gesetzentwürfe haben das Ziel, die Zahl der Organspender zu erhöhen.

Bei der Gruppe der "misstrauischen" Menschen liege die Organspendebereitschaft bei nur 36 Prozent, im Vergleich zu 50 Prozent der Befragten mit ausgeprägtem sozialen Vertrauen, erklärte das Institut. Auch die Kirchenbindung spiele eine Rolle. Die Spendenbereitschaft konfessionell gebundener Menschen, ob evangelisch oder katholisch, liegt danach bei 50 Prozent, während nur 39 Prozent konfessionell nicht gebundener Menschen dazu bereit seien, ein Organ zu spenden.

Ergebnisse einer Studie des EKD-Instituts zum Thema Engagement und Spendenbereitschaft legten zudem nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen der Spendenbereitschaft und der Häufigkeit gibt, in der Menschen Gespräche zu sozialen Themen führen. Nach den Daten dieser Untersuchung aus dem Jahr 2016 liege die Bereitschaft zur Organspende von Menschen, die sehr oft oder oft Gespräche zu sozialen Themen führen, bei einem Anteil von 54 Prozent. Bei Menschen dagegen, die selten oder nie solche Gespräche führen, bei 30 Prozent. Dieser Aspekt könne deshalb als Faktor für die Spendenbereitschaft betrachtet werden. Dies gelte selbst dann, wenn möglicherweise der Zusammenhang umgekehrt sein sollte, dass Menschen mit Spendenbereitschaft häufiger darüber sprechen.

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