Lambrecht bringt Verbot von Geschlechts-OP an Kindern auf den Weg

Lambrecht bringt Verbot von Geschlechts-OP an Kindern auf den Weg

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will sogenannte geschlechtsangleichende Operationen an Kindern verbieten. Wie ein Sprecher am Dienstag in Berlin sagte, soll gesetzlich klargestellt werden, dass solche Eingriffe an Kindern nur in unaufschiebbaren Fällen oder bei Lebensgefahr zulässig sind. Damit werde eine Vereinbarung im Koalitionsvertrag umgesetzt.

Vereinigungen Intersexueller hatten ein Verbot solcher Operationen gefordert. Kommt ein Kind mit nicht eindeutigem Geschlecht zur Welt, wird bis heute unter Umständen operativ eingegriffen. Betroffene klagen, dass das späte gesundheitliche Folgen haben kann oder dabei das Geschlecht per Operation hervorgehoben wird, zu dem sie sich später nicht zugehörig fühlen.

Den Referentenentwurf hat Lambrecht den Angaben zufolge in der vergangenen Woche an die Länder und Verbände übersandt. Durch eine Einschränkung der Personensorge der Eltern soll das Verbot klargestellt werden. Ausnahmen gelten für Eingriffe, wenn Lebensgefahr oder erhebliche Gesundheitsgefahr besteht und ein Familiengericht sie genehmigt. Wenn ein mindestens 14-jähriges Kind solch einen Eingriff möchte, kann es ebenfalls Ausnahmen geben.

Die Grünen begrüßten die Pläne. "Trotz der medizinischen Leitlinien sind in den letzten Jahren unverändert viele Säuglinge mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen ohne medizinische Notwendigkeit Genitaloperationen unterzogen worden", sagte der Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann. Der FDP-Politiker Jens Brandenburg lobte die Pläne ebenfalls. Er forderte aber, die starke Rolle der Familiengerichte im Entwurf kritisch zu hinterfragen. "Ein Verbot geschlechtsangleichender Operationen an Kindern darf nicht dazu führen, Transjugendliche in ihrer körperlichen Selbstbestimmung einzuschränken", sagte er.

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