Fronten auf Weltklimakonferenz verhärten sich

Fronten auf Weltklimakonferenz verhärten sich

Auf der Weltklimakonferenz in Madrid haben sich die Fronten am Samstag weiter verhärtet. Die EU, Deutschland und weitere Länder seien mit dem vorliegenden Entwurf eines Abschlusstextes nicht einverstanden, hieß es am Samstag aus Delegationskreisen.

Es fehle ein klarer Aufruf zu höheren Zusagen beim Klimaschutz im nächsten Jahr, so wie es der internationale Fahrplan vorschreibt. Große Verschmutzerstaaten wie die USA und Australien pochten laut Beobachtern auf die Verwässerung der Texte, die im Konsens verabschiedet werden sollen.

Vertreterinnen der Zivilgesellschaft äußerten sich entsetzt über die Gespräche: "Der jetzige Verhandlungsstand ist eine Katastrophe und kann so sicher nicht endgültig sein", warnte Sabine Minninger von "Brot für die Welt". Die Delegationsleiterin des WWF International, Vanessa Perez-Cirera, erklärte: "Wir sind schockiert über den äußerst schwachen Beschlusstext." Hinweise auf die absolute Notwendigkeit, die Klimaschutzbeiträge im Jahr 2020 zu verstärken seien praktisch eliminiert worden. Im Angesicht der aufziehenden Klimakrise sei dies inakzeptabel.

Laut dem Pariser Klimaschutz-Abkommen von 2015 müssen die Staaten im kommenden Jahr ihre Strategien nachschärfen, um die Erderwärmung noch auf ein erträgliches Maß zu begrenzen.

Die Verhandlungen zogen sich durch die Nacht zum Samstag. Laut den Vereinten Nationen sollen die Vertreter von mehr als 190 Staaten nun um 14.00 Uhr zum Schlussplenum zusammenkommen. Offiziell sollte der Gipfel bereits am Freitag enden. Gestritten wurde bei den Verhandlungen bis zuletzt auch über Regeln für den Emissionshandel und finanzielle Unterstützung für arme Staaten im Kampf gegen die Erderwärmung. Die nächste Weltklimakonferenz soll 2020 in Glasgow, Großbritannien, stattfinden.

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