Unesco stuft vier Kulturtraditionen als bedroht ein

Unesco stuft vier Kulturtraditionen als bedroht ein

Die Kultur- und Bildungsorganisation der Vereinten Nationen, Unesco, hat vier Kulturtraditionen aus Afrika und Asien als dringend erhaltungsbedürftig eingestuft. Es handelt sich um Rituale und Praktiken aus Botsuana, Kenia, Mauritius und von den Philippinen, wie die Deutsche Unesco Kommission am Mittwoch in Bonn mitteilte. Der Ausschuss für das Immaterielle Kulturerbe habe die Traditionen auf seiner diesjährigen Sitzung in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá als bedroht eingestuft.

Auf der Liste stehen nun aus Botsuana der Seperu-Volkstanz, aus Kenia die Praktiken in Bezug auf den Kit-Mikayi-Schrein. Von der Insel Mauritius nahm der Unesco-Ausschuss, dem 24 gewählte Vertragsstaaten angehören, die Musiktradition Sega tambour Chagos auf die Liste auf. Auf den Philippinen sieht der Ausschuss, der noch bis Samstag in Bogotá tagt, die Dankestradition Buklog bedroht.

Der Seperu-Volkstanz, seine Gesänge, Klatschrhythmen, Kleider und heiligen Rituale werden von der ethnischen Gruppe der Veekuhane zu wichtigen Lebensereignissen wie zum Beispiel einer Hochzeit praktiziert, wie es hieß. Überalterung und Migration sowie moderne Formen von Hochzeiten bedrohten die Tradition in ihrem Bestand. Den Kit-Mikayi-Schrein der Luo in der Nähe des Victoria-Sees und seine rituelle Nutzung etwa für Regenbeschwörungen und Gelübde sieht die Unesco durch Modernisierungen und Schäden an der Natur bedroht.

Armut und Landflucht sowie ein abnehmendes Interesse Jugendlicher bedrohen aus Sicht der Organisation auch die Musik- und Tanztradition Sega tambour Chagos rund um die Tambour-Trommel. Die Inselgruppe Chagos liegt im Indischen Ozean rund 2.000 Kilometer von der Insel Mauritius entfernt. Die Dankestradition Buklog des philippinischen Volksstamms der Subanen ist durch verschiedene soziale, wirtschaftliche und politische Einflüsse bedroht, wie es weiter hieß. Für das Fest werde mehrere Meter über dem Boden eine flexibel schwankende Tanzfläche errichtet. Die Bewegungen der Tänzer sorgten dafür, dass ein herabhängender Pfahl einen charakteristischen Ton erzeuge.

Bis heute sind 178 Staaten, unter ihnen Deutschland, dem Unesco-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Bisher sind den Angaben nach 429 Kulturformen auf der internationalen Liste eingetragen, 63 Elemente auf der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes und 20 gute Praxisbeispiele zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes.

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