Forscher: Klimawandel gefährdet Arzneipflanzen

Forscher: Klimawandel gefährdet Arzneipflanzen

Heilpflanzen wie Arnika, Ginseng, Kamille oder Weihrauch sind durch den Klimawandel bedroht, warnen Wissenschafter um die US-amerikanische Botanikerin Wendy L. Applequist in einem Artikel, der am Dienstag online von der internationalen Fachzeitschrift für Arzneipflanzen- und Naturstoffforschung "Planta Medica" des Stuttgarter Georg Thieme Verlags veröffentlicht wurde.

Gründe sind den Forschern zufolge nicht nur das Zurückdrängen und Aussterben von Arzneipflanzen durch veränderte Klimabedingungen. Eine weitere Gefahr sei das Überernten. Dadurch würden verbliebene Pflanzen schlechter wachsen und hätten eine geringere Qualität. Dies bedeute auch, dass die Pflanzen ihre medizinische Wirkung ändern oder sogar ganz verlieren könnten, heißt es weiter.

Dies gefährde die Gesundheit vieler Menschen und könne auch zu vermeidbaren Todesfällen führen, heißt es in dem Appell "Scientists' Warning on Climate Change and Medicinal Plants". Er wurde von mehr als 20 Wissenschaftlern aus Europa, Afrika, Asien und den USA unterzeichnet. Unter den Auswirkungen würden vor allem kleinere Volksgruppen und indigene Stämme leiden. Durch den Klimawandel am stärksten gefährdet seien Pflanzen in alpinen Regionen und in nördlichen Breitengraden.

Die Autoren empfehlen daher, Arzneipflanzen vermehrt in Gemeinschaftsgärten anzubauen. Zudem müssten Bauern in der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wiesen und Felder und in der Überwachung der Pflanzenqualität geschult werden. Außerdem sollte eine standortunabhängige Saatenbank angelegt werden.

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