Appell gegen AfD-Vorsitz für Kulturausschuss in Brandenburg

Appell gegen AfD-Vorsitz für Kulturausschuss in Brandenburg

In einem gemeinsamen Appell haben der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll, weitere Wissenschaftler und ein NS-Überlebender davor gewarnt, den Vorsitz des Kulturausschusses im Brandenburger Landtag der AfD zu überlassen. "Mit großer Sorge beobachten wir in den vergangenen Jahren Äußerungen von Parteien und Gruppierungen, die darauf abzielen, die Massenverbrechen des Nationalsozialismus zu verharmlosen und damit das gesamte gesellschaftspolitische Klima negativ zu verändern", heißt es in dem Schreiben, das am Dienstag in Oranienburg verbreitet wurde.

Umso wichtiger sei, gerade den Vorsitz des Kulturausschusses "so zu besetzen, dass kritische Aufarbeitung, Vielfalt, Respekt und Toleranz gesichert bleiben", heißt es weiter in dem Appell. Die Ankündigung, dass für den Vorsitz des Kulturausschusses der AfD-Abgeordnete Christoph Berndt vorgesehen sei, sei Anlass zu "großer Sorge". Jeder Form von Fremdenhass und Ausgrenzung von Minderheiten entschieden entgegenzutreten, "halten wir für eine selbstverständliche Aufgabe auch des Kulturausschusses des Landtages".

Der Appell ist auch von Frank Bösch und Martin Sabrow, Direktoren des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam, von Christoph Martin Vogtherr, dem Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, und dem norwegischen Überlebenden des KZ Sachsenhausen und Präsidenten des Internationalen Sachsenhausen Komitees, Bernt Lund, unterzeichnet. Der Kulturausschuss kommt an diesem Mittwoch zu seiner konstituierenden Sitzung in Potsdam zusammen.

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