UN: Ablaufende Dekade die heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen

UN: Ablaufende Dekade die heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen

Die Vereinten Nationen zeigen sich besorgt über den vom Menschen verursachten globalen Temperaturanstieg. Der Fünfjahreszeitraum 2015 bis 2019 und der Zehnjahreszeitraum 2010 bis 2019 würden mit größter Sicherheit als die heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen gewertet, erklärte der Generalsekretär der Weltwetterorganisation, Petteri Taalas, am Dienstag auf der UN-Weltklimakonferenz in Madrid.

Die neuen Befunde zum Klimawandel und seinen verheerenden Folgen wie Hitzewellen, Stürmen und Überschwemmungen seien alarmierend, betonte WMO-Chef Taalas. Die Temperatur-Auswertungen für 2019 seien derzeit naturgemäß noch nicht abgeschlossen, das laufenden Jahr dürfte aber das zweit- oder drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen werden. Die durchschnittlichen Temperaturen zwischen Januar und Oktober liegen den Angaben zufolge um 1,1 Grad Celsius über dem vorindustriellen Zeitalter.

Weiter habe die Konzentration des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxides, die auf Millionen Teilchen bezogen angegeben wird, im vergangenen Jahr einen neuen Höchstwert erreicht. Der Wert habe 2018 bei 407,8 gelegen. Im Jahr 2017 habe der Wert bei 405,5 gelegen, im Jahr 2016 bei 403,3. Kohlenstoffdioxid hat den größten Anteil an Treibhausgasen in der Atmosphäre, die auf den Menschen zurückzuführen sind. Den WMO-Angaben zufolge bleibt es über Jahrhunderte in der Atmosphäre und sogar noch länger in den Ozeanen.

Taalas betonte weiter, dass der Meeresspiegel seit Beginn der Satellitenmessungen 1993 beschleunigt gestiegen sei. Ein Grund sei das Schmelzen der Eismassen in Grönland und der Antarktis. Zudem sei die Temperatur in den Ozeanen gestiegen, das trage zusätzlich zu einem Anstieg des Meeresspiegels bei.

Der WMO-Chef appellierte an die Länder, auf der Weltklimakonferenz mutige Beschlüsse gegen die Erderwärmung zu fassen. Wenn die Menschheit nichts tue, werde die durchschnittliche Temperatur bis Ende des Jahres um mehr als drei Grad Celsius ansteigen.

Bei der zweiwöchigen Weltklimakonferenz bis zum 13. Dezember wollen Vertreter von mehr als 190 Staaten über weitere Schritte zur Umsetzung des Klimaabkommens von Paris beraten. Der Vertrag von 2015 setzt das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Beim letzten Gipfel im polnischen Kattowitz beschlossen die Staaten ein Regelbuch, das die Vorgaben des Pariser Abkommens konkretisiert.

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