Schäuble kritisiert egoistische Erwartungshaltung mancher Bürger

Schäuble kritisiert egoistische Erwartungshaltung mancher Bürger

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat einen zunehmenden Egoismus in der deutschen Gesellschaft kritisiert. Selten schaue man auf diejenigen, die weniger haben als man selbst, sagte Schäuble am Mittwoch in Berlin. Die Orientierung nach immer mehr Wohlstand führe zu einer Starre, Saturiertheit und Erwartungshaltung, die stark vom eigenen Ich geprägt sei. "Wir müssen aufpassen, sonst verliert unsere Gesellschaft die Gemeinwohlorientierung und zerfällt weiter", warnte der Parlamentspräsident.

Schäuble predigte zum Buß- und Bettag im Berliner Dom über den Bibelvers "Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben". Darin kritisierte er auch den Ton in manchen aktuellen Debatten, vor allem in der Migrations- und Asylpolitik. Der Ton mache teilweise Angst.

"Eine fiebrige Wut grassiert", sagte Schäuble. Dagegen müsse die auch christlich geprägte Überzeugung "Keine Gewalt" gesetzt werden. Schäuble sagte zudem mit Blick auf den hohen jüdischen Feiertag Jom Kippur, ein Versöhnungstag würde auch der deutschen Gesellschaft gut tun.

Der "Politische Buß- und Bettag" wurde erstmals im vergangenen Jahr von der Domgemeinde und dem Bevollmächtigten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Dutzmann, ausgerichtet. Der Gottesdienst greift aktuelle Themen der politischen Debatte auf.

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